Von Kälbchen und Schweinchen

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Ich bin es satt, ewig die gleichen Parabeln zu hören und zu lesen. Die mit dem deutschen Schäferhund und die mit dem Kalb im Schweinestall. Da sagt jemand zu einem Aussiedler, wenn du in Kasachstan geboren bist, dann bist du wohl ein Kasache? Oder ein Deutsch-Kasache, wenns hoch kommt. Und dann ist derjenige sofort beleidigt.

Um die Sachlage mit seiner Abstammung zu erklären, greift der so Angesprochene dann gern zu diesem Spruch:

Aber wenn ein Kalb im Schweinestall geboren wird, ist es noch lange kein Ferkel.

Nicht, dass ich das mit dem geborenen Kasachen gutheiße, das ist zu kurz gedacht, aber der Vergleich hinkt. Schweine und Kälber sind zwar Säuger wie wir, aber sie gehören verschiedenen Tier-Rassen an. Menschen und Menschen aber nicht. Ihr Verständnis von Zugehörigkeit oder Trennung ist ein Gebilde. Ein Konstrukt. Eine Geschichte. Komplex wie sonstwas.

Als wieder so eine Verkürzung auf Facebook kam, habe ich mal vorgeschlagen, statt geborener Kasache (der Reporter wollte einfach nur eine Variation zu dem Namen) was anderes zu nehmen. Wahlkasache trifft es nicht. Denn die Deutschen wurden meist dahin deportiert oder sind nach der Deportation aus Sibirien oder dem Ural dorthin geflohen. Zwangskasachstanisiert vielleicht? Oder wir bestehen in Zukunft auf: irgendwo aus Deutschland über den Kaukasus (Ukraine/Wolgagebiet) in den Kasachstan (nach Sibirien/Karelien/in den Ural) und dann wieder nach Westfalen (Schwaben/Bayern/Dresden) getriebener Vertriebener, manchmal freiwillig geflüchtet, manchmal so richtig zwangsweise verfrachtet, und am Schluss einfach ausgeflogen, um es noch genauer zu sagen. Abgekürzt: aDüKiKnW-gV-mfgmrzv. Das dürfte es ungefähr beschreiben.

Aber was ist uns das wert, dass wir zu solch komplexen Formeln greifen? Und sie beinhalten noch nicht, welche Musik uns prägt, welche Mode wir mögen oder welche Art der Kommunikation wir bevorzugen. Denn nicht alles wird von der Herkunft und Geschichte geprägt.

Klar, wird der gemeine Wald-und-Wiesen-Deutsche bestimmte Dinge nicht wissen:

– dass im Vielvölkerstaat Sowjetunion die fünfte Zeile im Pass eines jeden Bürgers und einer jeden Bürgerin wesentlich war: die der Nationalität. Dass wenn Russen also in der Mongolei lebten und sich wie die Könige aufführten, sie sich deshalb noch lange nicht als Mongolen sahen. Und wenn Georgier in dritter Generation in Moskau gemeldet waren, sie nicht als Russen akzeptiert wurden. Never ever.

– dass es also dort klar war und ist, wer Deutscher war und wer nicht (auch ohne Schäferhund übrigens. Nur der Sänger Jewtuschenko hat seine deutschen Wurzeln aus überlebenstechnischen Gründen verborgen und hat den Mädchennamen seiner Mutter angenommen. Das ging also auch. War aber eine Ausnahme.)

Diese Zeile hat das mit der Identität also vereinfacht? Möglich. Und manche Russlanddeutsche haben das noch immer verinnerlicht. Aber in Deutschland des Jahres 2016 (bald 2017) ist es ganz anders:

Die Frage der Nationalität ist fließender. Oder fest wie Granit. Auch ohne Zeile Nummero fünf. Kommt darauf an, mit wem du es zu tun hast.

Ich verstehe, dass es einer Gruppe wie den Russlanddeutschen wichtig ist, dazuzugehören. Nicht ausgegrenzt zu werden. Nach Jahrzehnten der Ausgrenzung. Aber es wird nicht soweit kommen. Sie werden immer als etwas Wildfremdes beäugt werden. Auch wenn sie ihren Stammbaum bis in die achte Generation zurückverfolgen können. Nach Mannheim am Main.

Menschen, die Aussiedler als Russen/Kasachen/Kirgisen bezeichnen, kennen deren Geschichte nicht und ihre Beweggründe, sich als Deutsche zu fühlen. Aber was noch wichtiger ist, sie wollen sie nicht kennen.

Menschen, mit einem deutschen Pass, mit deutschen Vorfahren, kümmern sich nicht um Belange der Herkunft. Sie sind ja privilegiert. Leben in Europa, können sich frei bewegen. Nur für die USA müssen sie so einen komischen Bogen auf dem Flughafen ausfüllen.

Sie machen sich keine Gedanken. Weil für sie die Herkunft kein Thema ist.

Oder, das sind die anderen Kandidaten, sie reduzieren alles auf die Herkunft und wollen die Reinheit ihrer Nation herstellen. Auch diese Menschen reden gerne mal von Kälbchen und Ferkeln im Stall. Oder bemühen sogar das Jesuskind, das ja im Stall geboren wurde, aber keine Kuh ist.

Was soll mir das sagen? Dass ich nach Ansicht dieser zweiten Gruppe kein Recht habe, in diesem Land zu leben oder mich deutsch zu nennen, weil ich in Omsk geboren wurde? Oder weil meine Mutter Russin ist? Nein, jetzt bin ich verwirrt. Nein, die Argumentation ist, dass sie meinen, dass ein Türke nicht das Recht hätte, sich deutsch zu nennen. Auch wenn er oder seine Eltern schon in Bottrop-Brauxel geboren und aufgewachsen sind.

Interessante Frage. Was bestimmt uns? Unsere Umgebung? Das soziale Umfeld? Die Sprache? Die Filme und Bücher, die wir konsumieren? Was von uns nimmt die Färbung der Umgebung an? Was saugen wir auf, aus dem Land, in dem wir leben?

Wie fühlen sich eigentlich diejenigen Deutschtürken, die zu Besuch oder auf immer in die Türkei fahren? Irgendwie fremd? Irgendwie deutsch? Irgendwie anders? Reden sie eigentlich von Kälbern und Schweinen? Oder von Kälbern und Hühnern, denn Schweine sind ja nicht helal.

Diese strikte Trennung nach Volkszugehörigkeit ist doch nur in abgelegenen Gegenden möglich. Auf Inseln, auf die seit Jahrhunderten kein anderer kommt. Oder in abgelegenen Dörfern im Himalaja. Aber doch nicht in einer Gegend, durch die Menschen seit Menschengedenken ziehen. Manche bleiben, andere wandern nach Übersee aus oder in östliche Steppen. Kommen wieder. Bringen aus der Fremde nicht nur den Sand in den Aufschlägen ihrer Hosen mit, sondern andere Bilder, andere Träume und andere Kehllaute.

Aber warum müssen wir jemandem beweisen, dass wir deutsch sind? Was daran ist wichtig? Wem ist das wichtig? Wem nützt das?

Können wir uns nicht als etwas ganz Eigenes betrachten? (Wobei ich nicht sicher bin, ob die Russlanddeutschen wirklich als die homogene Masse begriffen werden können, als die sie manchmal dargestellt werden).

Ich kann nicht mitreden. Ich wurde noch nie verbal angegriffen, sobald ich meinen Mund aufgemacht hab. Weil ich akzentfrei rede und mir meine Herkunft nicht gleich anzusehen ist. Ich kann mich nicht an Nachteile erinnern. Ich weiß noch nicht einmal, inwieweit der Geburtsort Omsk sich bei diversen Bewerbungen als Ablehnungsgrund herausgestellt hat. Vielleicht. Vielleicht nicht.

Vielleicht passiert Folgendes, wenn du immer und immer wieder wegen bestimmter Merkmale auf deine Herkunft zurückgeworfen wirst:

Du fängst an

a) dich zu verteidigen (und von Kälbchen und Ferkeln zu reden)

b) dich als der/die Fremde zu geben, der/die du ja sein sollst (volle Kanne russisches Fernsehen gucken, im Mix-Markt einkaufen etc.)

c) verbittert zu sein und dir dein Beleidigtsein wie eine zweite Haut anzulegen.

Wer wissen will, was ein Deutscher aus Kasachstan genau ist und wie er dahin gekommen ist, kann sich ja mal die Geschichte oder die Geschichten ansehen. Möglichkeiten gibt es genug.

Ach, keine Lust? Interessiert nicht? Dieses ganze Deportationsgeschwafel? Dieser Zugehörigkeitsscheiß?

Na denn, dann bleibt alles beim Alten.

Stimmt, es schon bitter, wie wenig sich die Leute um die Geschichte der Russlanddeutschen kümmern. Aber sie kümmern sich auch nicht um die Geschichte der italienischen Einwanderer in Argentinien oder der chinesischen Minderheit in Indonesien (sehr interessant übrigens). Besonders nicht, wenn Geschenkkäufe anstehen und die Feiertage näherrücken.

Statt dessen platzen sie einfach heraus mit ihren Einordnungen, ohne auch einen Wimpernschlag lang nachzudenken.

Aber die Sache ist nicht so einfach. Oder ist sie doch.

Ein Mensch ist und bleibt ein Mensch. Und das ganz egal wo er geboren wurde. Oder sie. Im Stall oder im Kreißsaal einer Klinik.

Keine Multfilme. Aber Kultfilme!

Russische Filme in Hamburg – diesen Freitag ist es wieder soweit: das russisch-deutsche Filmforum beginnt und zeigt im Metropolis-Kino bis zum Nikolaustag Spielfilme und Dokumentationen in russischer Sprache. Aktuelle zum Teil mit Preisen ausgezeichnete Produktionen aus dem letzten Jahr sind dabei, wie Der Geldeintreiber mit dem Liebling der Nation, Konstantin Chabenski, oder Das Paradies über die unmögliche Liebe der russischen KZ- Zwangsarbeiterin Olga und Helmut, einem SS-Offizier.

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Gestrandet auf einem Bahnhof – Kellnerin Vera und der Pianist Plato

Wie jedes Jahr sind nicht nur aktuelle Filme im Programm, sondern auch welche mit nostalgischem Touch. In einer Retrospektive des Regisseurs Eldar Rjasanow werden Filme wie Bahnhof für zwei aus dem Jahr 1982 und Vergessene Melodie für Flöte von 1987 gezeigt.

Auch die Dokumentationen sind sicher sehenswert: eine über Boris Nemzow, eine über Nord-Korea und eine über die Tage des Aufstands im Jahr 1991.

Oder wie wärs mit diesem sympatischen Territorialstreit zwischen Georgien und Ossetien:

 

Hier das ganze Programm im Metropolis, mit allen Trailern zum Reinschnuppern:

http://2016.hamburger-kinoforum.de/programm.html

Weiß mit einer Linie darin

 

Aus der Stille kommt ein Wort. Weiß, überall dieses umfassende Weiß. Sogar der Wind ist still. Ich spüre die Kälte nicht. Ich trage meine Filzstiefel, Walenki, dann die wattierte Jacke, die mir viel zu groß ist und dieses kratzige graue Wolltuch, das nur die Augen freilässt. Mein Atem gefriert zu kleinen Eiszapfen, die an der Wolle kleben. Ich schaue durch den Seeschlitz meines Wolltuches. Nach links. Weiße Ebene. Nach unten. Weiße Ebene. Mit kleinen Rissen, denn meine Walenki brechen durch die dünne Schneekruste, die sich auf der Schneeverwehung gebildet hat. Ich schau nach rechts. Da steht sie, meine Mama. Keine drei Schritte entfernt. Ich strecke meine behandschuhte Hand nach ihr aus, sie versucht nach mir zu greifen, unsere Fingerspitzen berühren sich. Das heißt, die Finger würden sich berühren. Wären da nicht die dicken Handschuhe.

Mit einem Mal spüre ich diesen Sog. Es zieht mich runter. Ich merke, wie ich durch den Schnee gleite, immer tiefer, ganz still, ganz langsam. Es ist nicht die wilde Fahrt auf einem Schlitten, nicht wie das Fliegen auf den Eisrutschen, die unser Vater für uns aufgeschichtet hat, als wir Kinder waren. Mit Stufen und einem kleinen Geländer. Wir haben sie zusammen mit Eimern voll Wasser übergossen und am nächsten Tag war die Rutsche festgefroren. Sie hielt bis zur Frühjahresschmelze. Doch das hier ist kein Flug, kein Fall. Ich spüre bloß keinen Widerstand unter den Füßen, der Schnee kriecht langsam an mir herauf.

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Ich blicke voller Panik zu Mama rüber, aber sie schaut mich mit festem Blick an. Sie greift meine Hand. Auch sie sinkt ein, so wie ich. Stück für Stück. Wieso redet sie nicht mit mir? Alles ist friedlich um uns herum, kein Laut. Nur dieses Weiß. In dieses stille Weiß sinken wir. Ich will aufschreien, Mamotschka, hilf mir, aber dieses nass-schwere Tuch vor meinem Mund erstickt jeden Laut. Mit der anderen Hand, die nicht die ihre festhält, versuche ich, mir das Tuch vom Mund zu reißen, ich schreie, aber es kommt kein Ton heraus. Um mich lautloses Weiß, in das ich einsinke. Где моя деревня, где мой дом родной? Wo ist mein Dorf? Wo ist mein vertrautes Haus? Wo ist der Wald geblieben? Da ist nur eine Linie, die Weiß und Weiß voneinander trennt. Kaum sichtbar. Sogar die Spitzen der Tannen müssen schon zugeschneit sein. Und wir stehen ganz oben auf der Schneewehe.

Bis zur Hüfte stecken wir schon drin. Wir beide, Mama und ich, wir sinken gleich tief ein. Ich schaue mich hilfesuchend nach ihr um, sie nickt mir zu, wie immer, wenn sie mich ermuntert, etwas zu tun, irgendwo hin zu gehen, wovor ich Furcht hab. Sie hat nur ihr Hauskleid an, das mit den verblichenen Blümchen und der zartgrünen Borte. Keine Jacke, keinen Schal, nichts, nur dieses Kleid. Du wirst dich noch erkälten Mama, will ich ihr zurufen. Du wirst dir noch den Tod holen. Doch dann weiß ich es wieder. Ich habe schon Abschied von ihr genommen am offenen Grab. Tränen und Kerzen. Alles ist vorbei. Es kann doch nicht sein, dass ich hier mit ihr bin und sie ist tot. Und dennoch sinken wir. Gemeinsam. Unsere Arme liegen schon auf der Schneekruste, darunter ist der Schnee ganz rieselig, wir gleiten sanft hinab, die Füße haben keinen Halt. Nur noch die Schultern, der Hals, dann der Kopf und der Schnee wird uns verschlucken. Ich will mich dagegenstemmen, will zappeln, mich herauswinden, aber ich bin wie gelähmt. Die dünne Kruste zerbirst in kleine Platten, darunter ist Neuschnee. Ssypkij sneg, Schnee so fein, nicht wie der klebrige Pappschnee am Anfang des Winters, aus dem wir früher Schneemänner gebaut haben. Hier sind alle Kristalle von einander getrennt. Jedes einzelne für sich. Das ist dieser Schnee, wie er an ganz klirrend kalten Tagen fällt. Wenn es ganz leise ist um einen herum.

Auch jetzt höre ich nichts. Ich spüre die Kälte nicht. Ich kann nur zusehen, wie ich tiefer hinein sinke in dieses unendliche Weiß. Ganz mühelos. Unsere Hände lösen sich und ich bin allein. Gleich schlägt die Schneedecke über mir zusammen, ich hebe den Blick. Wie eine weiße Kuppel schiebt sich alles über mir zusammen. In Myriaden von Kristallen. Lichtweiß und funkelnd. Es ist so wie Musik, nur ohne Musik. Und in der Stille entsteht dieses Wort.

 

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Du kommst auf meine schwarze Liste!

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Nach der Buchmesse gab es einige Posts und Diskussionen zum Thema Buchblogger*innen, zu denen ich ja nicht so pauschal gehöre. Aber ich rezensiere Bücher. Ein Satz blieb mir im Gehirn hängen: dass in Buchblogs so selten Bücher verrissen werden. Und rumorte und rumorte.

Nun fühle ich mir doch auf die Füße getreten. Ich habe noch nie verrissen!

Es ist nicht so, dass es zum Thema Russland keine üblen Bücher gibt. Es gibt so einige Schnitzer aus meiner Sicht. Und ich meine nicht Konsalik. Ich lege sie üblicherweise kopfschüttelnd nach wenigen Seiten weg oder will das, was darin steht nicht auch noch promoten. Oder ich lese sie bis zur Neige und grusel mich.

Haruki Murakami hat mal in einem Interview sinngemäß gesagt, er muss nicht an die Orte reisen, über die er schreibt, das Internet macht die Recherche vom Schreibtisch möglich. Nun. Aber er schreibt ja auch über japanische Menschen und japanische Orte und hat eine Ahnung von Kultur und Sprache.

Bestsellerautoren aus Großbritannien meinen dagegen, etwas über die Oktoberrevolution schreiben zu müssen und kriegen noch nicht mal die Sache mit den Deminutiven richtig hin. Oder in Amerika aufgewachsene Enkeltöchter russischer Immigranten schreiben Familiengeschichten aus Leningrad, die von den Dialogen her genauso gut in Detroit oder Texas spielen könnten. Oder bei Hanni und Nanni. Und westliche Korrespondentinnen berichten über ihre Zeit in Tschetschenien als wären die dort lebenden Menschen Affen aus dem Urwald. Hauptsache Kritikfähigkeit bewiesen.

Aber wer weiß, vielleicht existieren Leser*innen, die genau das mögen? Ich machs mal wie das Känguru und veröffentliche meine Blacklist der letzten drei Monate:

Sachbuch

I.

Autor*in: Sonia Mikich
Titel: Planet Moskau, 1998
Geschichten aus dem neuen Russland
Urteil in einem bis zwei Sätzen: Oft abwertend.

Zitat:Der russischen Küche kann ich nichts abgewinnen. Geschmacklos und konturenlos und nur für drei, vier Versuche gut, und dann lässt man es lieber bleiben. Was ja unschwer dadurch bewiesen ist, daß jeder Russe, der zu Geld kommt, lieber im Pizza Hut sitzt oder beim vorzüglichen Sonntagsbrunch im Hotel Kempinski mit seiner Familie deutsches Sahnegeschnetzeltes genießt.

(Zugegeben, meistens ist es Kohl mit Weißmehl und Schweinefleisch, liegt sehr schwer im Magen und ist furchtbar fettig, aber MUSS SIE DAS SO DEUTLICH SAGEN?)

II.

Autor*in: Aufzeichnungen des Privatsekretärs des Fürsten von Bismarck
Titel: Am Hofe Katharinas II
Aus der Reihe: DIE WEIBERHERRSCHAFT AN DEN FÜRSTENHÖFEN
Berlin, 1931

Urteil in einem bis zwei Sätzen: Mit welcher Kutsche und welcher Entourage welcher Großfürst in welche Sommerfrische gefahren ist. Öde. Auch die angeblichen Enthüllungen.

Zitat: In Perava bekam ich eines Tages heftiges Kopfweh, wie ich mich nicht erinnere je gehabt zu haben.(…) Die Kaiserin legte drei bis vier Werst zu Fuß zurück und ruhte sich dann einige Tage aus. So dauerte die Reise fast den ganzen Sommer. Nachmittags gingen wir zur Jagd.

Belletristik

I.

Autor*in: Paulina Simons
Titel: Die Liebenden von Leningrad, 2001

Urteil in einem bis zwei Sätzen: Muss ich dazu was sagen? Es ist sehr dick. Vielleicht ist auch nur die Übersetzung nicht gut. Aus amerikanischen Englisch ins Deutsche. Da kennt sich vielleicht jemand nicht mit Russland aus.

Zitat:Anatolij wusste nicht genau: War es ihm nur so erschienen, oder hatte Shenja ihn tatsächlich mit einem flüchtigen Blick gestreift? Jene Dichterin, soviel war gewiss, ließ ihre Augen während der Rede mehrmals auf ihm ruhen, und darin las er ein Gefühl, das er nicht gern auf sich bezogen sah: Mitleid.

II.

Autor*in: John Boyne
Titel: Das Haus zur besonderen Verwendung
Urteil in einem bis zwei Sätzen:

„Ein aufwühlendes, atemberaubendes Epos über das Schicksal des letzten russischen Zaren und seiner Familie.“
The Times

Du spürst nix von Russland und kannst schon auf den ersten Seiten riechen, welche Auflösung es geben wird. Ratschlag: Bleiben Sie doch bei Themen, die Sie kennen!“
The Scherbensammlerin

(Hier habe ich  kein Zitat, denn ich habe es längst in die Verschenkekiste getan.)

Wer diese Bücher dennoch lesen will, ist selbst schuld. Ich habe hiermit alle gewarnt. Aber das vom Fürsten von Bismarck seinem Sekretär war mit Abstand das Schlimmste, was ich je gelesen habe.

Ein Buch habe ich von der Liste wieder entfernt, weil ich mich bei der Suche nach einem geeigneten Zitat festgelesen hab und festgestellt, dass mein erster Eindruck wohl falsch war. Hans Noll, Rußland Sommer, Loreley. Vielleicht ist das doch ein ganz guter Einblick in das Leben zu Sowjetzeiten.

TO BE CONTINUED

Spruch der Woche: Kater Wassjka

Kot i Powar, Illustration von Aleksandr Deineka, 1922

Kot i Powar, Illustration von Aleksandr Deineka, 1922

А Васька слушает, да ест. Doch Wassjka hört zu und isst weiter.

Der Satz stammt aus einer Fabel von Iwan Andrejewitsch Krylow aus dem Jahr 1812 und ist ein geflügeltes Wort dafür geworden, stillschweigend in seinem Tun fortzufahren. Gegen alle Anfeindungen oder Widerstände. Die Fabel handelt davon, wie ein Koch in die Kneipe geht und den Kater Wassjka in der Küche lässt, damit er die Mäuse verjagt. Der jedoch macht sich selbst über das Essen her. Als der Koch zurückkehrt und das sieht, lässt er eine Schimpftirade auf den Kater los. Nennt ihn Dieb, nennt ihn Verderbnis, nennt ihn Pest und offenes Geschwür.

Dieser jedoch lässt sich nicht beirren und fährt fort, bis er das komplett Huhn verputzt hat.

Der Kater hört zu und isst.

Viele Kater heißen heute Wassjka und dieser Spruch ist Teil der russischen Kultur geworden. Nur keine Reaktion zeigen und sein Ding durchziehen. Halt mal, wird asiatische Verschlagenheit nicht auch so beschrieben? Die Katzenhaltung bewahren. Jetzt wissen wir wer schuld hat: Kater Wassjka!

Nett ist er ja wirklich nicht: er nimmt den Koch nicht ernst. Und er ist ein Dieb.

Aber uns täte im übertragenen Sinn etwas von Wassjkas Seelenruhe gut. Nicht beirren lassen, nicht stören lassen von Anfeindungen, von lautem Geschimpfe in der Welt.

Gilt auch für Kritik. Nicht aufbegehren und kämpfen, einfach weitermachen und alles an sich abprallen lassen.

Ist das nun Subversion oder Passivität?

Subversion oder schnödes Ignorieren des anderen?

Egal, einfach hinhören und weiter schmausen. Zum einen Ohr rein und zum anderen raus.

Manchmal tut das gut.

Richard-Sorge-Gedenktafel als Werbeträger für den Kreml?

Richard Sorge Gedenktafel, Einweihung, russische Soldaten.

Foto:  Eva Brüggmann 6.11.69 Berlin

Die RIA Novosti aus Russland berichteten gestern, dass am 7. November diesen Jahres in Berlin eine Gedenktafel für den Journalisten und Agenten Dr. Richard Sorge feierlich eingeweiht wurde. Bei der Zeremonie waren ca. 100 Menschen anwesend, unter anderem Veteranen der Geheimdienste und ehemalige Militärs beider Staaten, Russlands und Deutschlands.

Bis sie 1990 entwendet wurde, hing bereits eine Gedenkplakette an der Wand der Richard-Sorge-Straße/Ecke Weidenweg im Osten der Hauptstadt. Seltsam, aber Anfang der Neunziger sind in Friedrichshain wohl so einige Gedenktafeln von antifaschistischen Kämpfern verschwunden. Ob es dem US-Wahlkampf geschuldet ist oder an sich eine unwichtige Nachricht ist, in den deutschen Medien finde ich online heute kaum was über die erneute Einweihung dieser Tafel.

Wer Dr. Sorge war, lässt sich hier im Blog nachlesen, ich habe schon Anfang des Jahres über ihn geschrieben.

Zentralbild Brüggmann 6.11.69 Berlin: Die Tilsiterstraße im traditionsreichen Berliner Arbeiterbezirk Friedrichshain wurde am 6.11.69 feierlich in Richard-Sorge-Straße umbenannt. Hier enthüllt Max Christiansen-Clausen, der Funker des mutigen Kundschafters, mit seiner Frau Anna eine Gedenktafel. Sie erinnert an den Helden der internationalen Arbeiterbewegung, der am 7. November 1944 von der japanischen Reaktion ermordet worden war.

Foto: Eva Brüggmann. Hier enthüllt Max Christiansen-Clausen, der Funker des mutigen Kundschafters, mit seiner Frau Anna eine Gedenktafel.

Die ehemalige Tilsiter Straße wurde im November 1969 nach ihm benannt, mit einem feierlichen Akt. Am 7. November ist er in einem japanischen Gefängnis hingerichtet worden. Daher ist dieses Datum dem Gedenken an ihn gewidmet. Die neue Tafel wurde unter anderem von der Botschaft der russischen Föderation gesponsert.

In den Berichten aus Deutschland bleibt es bei den knappen Fakten. Aber in dem RIA-Bericht, das auf auf russischer Sprache erscheint, werden die Aussagen der Redner zitiert und kommen mir vor wie ein PR-Papier des Kreml. So sagt Generalleutnant a.D. Manfred Folland (Ko-Vorsitzender der Initiativgemeinschaft zum Schutz der sozialen Rechte ehemaliger Angehöriger der deutschen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR) Dinge wie: Wir sollten aus der Geschichte lernen und unsere Kräfte vereinen, um gegen einen Krieg einzutreten. Und gemeinsam verhindern, dass ein Schüren (sorry, ich schreibe hier ein ins Russische zurückübersetzte Deutsch, weil ich ja leider nicht vor Ort war) des Krieges auf dem Hintergrund der Führungsansprüche der BRD geschieht, was mit dem erweiterten Einsatz der Bundeswehr im Ausland und der Ausweitung der NATO in den Osten, nah an die russischen Grenzen zusammenhängt. Das erfüllt die Menschen mit Angst und Sorge.

Manfred Folland (Folland – > Volland – Bulgakow lässt grüßen?) spricht noch mehr über die Verantwortung, die Deutschland gegenüber anderen Ländern hätte aus einer alten Schuld heraus. Ihm zufolge braucht unser Land Friedenspolitik und kein Säbelrasseln.

Und ein Fjodor Ladyrin, ein Oberst-General der GRU sagt auch noch, dass es schön ist, dass in Deutschland nationalsozialistische Propaganda gesetzlich verboten ist. Anders als in einigen Ländern, die an die Russische Föderation angrenzen. Wen er da wohl meint? Hat er die rechtsradikalen Gruppierungen im eigenen Land vollkommen vergessen?

Armer Sorge. Dass über diesen Kämpfer für die Gerechtigkeit gesprochen wird, ist mehr als opportun. Vor den Propaganda-Karren des Kreml gespannt zu werden, hat er jedoch nicht verdient. Ausgerechnet er, der Eigensinnige, der Freigeist, der Stalin nonchalant eine ablehnende Antwort schickte, als dieser ihn aus Japan heim nach Moskau befahl.

Wie dem auch sei, hoffentlich bleibt seine Plakette diesmal länger da hängen.

Immerhin ist ein User-Kommentar zu diesem Text bei RIS Novosti erfrischend offen. Ein gewisser Konstantin schreibt, dass er erst kürzlich Flugzeuge der Luftwaffe an der russischen Grenze gesichtet hätte: Schaut ihr Deutschen, wenn was passiert, werden wir die Großväter nicht beschämen. Den Weg nach Berlin kennen wir. (Вот только самолеты Люфтваффе опять у российских границ летают. Смотрите, немцы, если что, мы дедов не посрамим. Дорогу на Берлин знаем. )

Das ist mal eine friedliebende Ansage.

Die Ehre des Ilja Ehrenburg

Ilja ehrenburg am Schreibtisch

Ilja Ehrenburg – foto: röhnert/sz-photo/picturedesk.com

Da hab ich einen gehörigen Schrecken bekommen. Im Freitag erschien letzte Woche eine Rezension zu einem Roman des russischen Autors Ilja Ehrenburg. Das erste Buch seit langem, das von ihm in Deutschland herausgebracht wurde, obwohl dieser Vielschreiber einen ziemlichen Namen in Russland hatte.

Mir kommt der Name auch irgendwie bekannt vor.

Plötzlich weiß ich, wer das war.

War das nicht der Ehrenburg, dessen Worte während des  zweiten Weltkriegs durchs Radio schallten: Töte den Deutschen!

Und hier erscheint er als ein Autor, dessen Roman „Das bewegte Leben des Lasik Roitschwantz“ aus dem Jahr 1928 vorgestellt wird, als wäre es ein frühes Werk von Bulgakow.

Ein Ausschnitt aus einem anderen Buch von Ilja Ehrenburg mit dem Titel „Krieg“ soll angeblich als Flugblatt unter den Soldaten der roten Armee verteilt worden sein.

…Wenn du im Laufe des Tages keinen Deutschen erschlagen hast, ist das ein verlorener Tag.
Es gibt’s nichts schöneres als deutsche Leichen…heißt es da.

Angeblich. Denn dieses Buch von Ehrenburg hat es vermutlich nie gegeben. Ein Flugblatt mit dem Titel „Ubej!“ (deutsch: Töte!) , vom 24. Juli 1942 und dem obigen Zitat gab es dagegen schon. Es beginnt mit Ausschnitten aus den Briefen deutscher Soldaten in die Heimat, die den russischen Untermenschen verunglimpfen.

Es kursieren viele nicht belegte Zitate im Netz, die von Ehrenburg stammen sollen und die sich anhören wie der Aufruf zum Völkermord. Möchte ich hier nicht wiedergeben, nein wirklich nicht.

Unter diesem Gesichtspunkt ist eigentlich unfassbar, dass es in Rostock eine Ilja-Ehrenburg-Straße gibt. Heiß umstritten. Aber noch da. So als gäbe es eine Uliza Goebbelsa in Rostow am Don oder Ekaterinburg. Oder hinkt der Vergleich? Eine Gruppe von Friedenskämpfern und Antifa-Vereinigungen verteidigen diese Namensgebung jedenfalls und halten viele der ihm zugesprochenen Zitate für reine Nazipropaganda.

Aus meiner Lektüre weiß ich, dass die Nationalsozialisten Übergriffe, die zugegebermaßen brutal waren, ins Unvorstellbare aufgebauscht und angstmachende Hasspredigten in Umlauf gebracht haben, die aus Russland stammen sollten. Für sie war die Vorlage von Ehrenburg ein gefundenes Fressen. Ihnen war jedes Mittel recht, um die Rotarmisten ihrerseits zu entmenschlichten Bestien zu machen. Siehe die Berichte über das Massaker von Nemmersdorf.

Ich bin die letzte, die das gewaltsame Vorgehen der russischen Armee im Osten Deutschlands leugnet, aber in vielen Dörfern haben sich die Menschen reihenweise selbst umgebracht, bevor der Feind einrückte. Die Panik war immens, was zum großen Teil dieser entgrenzten Berichterstattung geschuldet war. Ich verweise hier auf die Lektüre des preisgekrönten Buches des polnischen Journalisten Wlodimierz Nowak „Die Nacht von Wildenhagen – zwölf deutsch-polnische Schicksale“ erschienen im Eichbornverlag 2009. Und insbesondere auf die zweite, namensgebende Geschichte daraus.

Und nun denk ich, dass das alles auch ganz anders gewesen sein kann.

Spiralen der Panikmache. Unentwirrbar verwoben. Wer hat wen benutzt für seine Propaganda? Hat sich Ehrenburg von Stalin und der ZK einspannen lassen und ist mit seinen Tiraden über alle menschlichen Grenzen gegangen? Oder wurden ihm von den Nazis Sätze zugeschrieben, die er niemals so verfasst hat? Goebbels hat Ehrenburg als Stalins Hofjuden bezeichnet. Fakt ist: Ilja Ehrenburg wurde im Zuge der Kampagne gegen die Kosmopoliten, wie das Stalin-Regime Ende der Vierziger seine antisemitische Politik umschrieben hat, selbst verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Nach kurzer Zeit wurde er begnadigt und hat danach seine Karriere im Schriftstellerverband fortgesetzt.

Doch dann finde ich den folgenden Vermerk auf einer russischen Biografie-Site über Ehrenburg:

’14 апреля 1945 г. в газете «Правда» появилась статья заведующего отделом пропаганды ЦК ВКП(б) Г. Александрова «Товарищ Эренбург упрощает», в которой писателя обвиняли в разжигании ненависти к немецкому народу без учета того, что в нем имеются прогрессивные элементы.‘

‚Am 14. April 1945 ist in der Zeitung Prawda ein Artikel von G. Aleksandrow von der Propaganda Abteilung ZK WKP (b) mit dem Titel ‚Der Genosse Ehrenburg vereinfacht‘ erschienen, in dem der Schriftsteller angeklagt wird, Hass auf das deutschen Volk entfacht zu haben ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass sich in diesem auch progressive Elemente befinden.‘

Es scheint sogar für ZK Propaganda übers Ziel geschossen zu sein. Aber in welchem Maße? Ich weiß nicht, ob er sich jemals von seinen Aussagen offiziell distanziert hat.

Erhard Sanio schreibt dagegen auf der Site Holocaust-Referenz über Ilja Ehrenburg:

Um eines klarzustellen: Der angebliche Aufruf Ehrenburgs, deutsche Frauen zu vergewaltigen, ist wahrscheinlich im November 1944 vom Reichspropagandaministerium fabriziert und in einem Tagesbefehl des AOK Nord sowie vom Stab Dönitz verbreitet worden, und zwar stets als Zitat, in indirekter Rede und als Berufung auf ein angebliches Flugblatt oder in einigen Versionen als einen angeblichen Artikel in der Prawda oder der Krasnaja Svjesda.

Und weiter schreibt Sanio:

Ehrenburg hat während des Krieges eine Reihe von Aufrufen an die Rote Armee verfasst. In einigen davon hat er in bedenklicher Form zu Hass und zum Töten der Eindringlinge aufgerufen. Darin fanden sich so wenig geschmacksfeste Formulierungen wie: “ .. Für unsere Soldaten gibt es nichts Lustigeres als deutsche Leichen ..“, wobei sich all dies aber unmissverständlich auf die eingedrungenen Soldaten bezog und nicht auf irgendwie geartete Pläne der Eroberung des Reiches. Überdies war der Aufruf „Töte“ nicht schlimmer als andere blutrünstig-patriotische Aufrufe in anderen Ländern zu ähnlichen Gelegenheiten. (…) Der Aufruf war entstanden unter dem Eindruck der ersten Wochen des deutschen Überfalls und der unglaublichen Massenmorde an sowjetischen Juden, über die Ehrenburg zusammen mit Vassilij Grossmann das (erst vor kurzem veröffentlichte) Schwarzbuch mit Zeugnissen von Augenzeugen über die Verbrechen niederschrieb.

Einfach lässt sich die Frage wohl nicht beantworten, ob er ein Hassprediger war oder fälschlicherweise dazu gemacht wurde. Er kannte Deutschland. In den zwanziger Jahren war er hier gewesen und in Paris übrigens auch und später auch in Amerika. Die Folgen, die seine Worte entfesselten, mag er selbst nicht für möglich gehalten haben. Mich hat die Rezension jedenfalls ziemlich durcheinander gebracht. Zumal ich weiß, dass auch die Deutschen, die innerhalb Russlands deportiert und in den Sklavendienst der Trudarmia gesteckt wurden unter dem Hass, den seine Worte in der Bevölkerung auslösten, gelitten haben. Obwohl Ehrenburgs Pamphlete sich immer gegen die Soldaten, die Russland überfielen gerichtet haben sollen, niemals gegen Zivilisten.

Mein Verhältnis zu Ilja Ehrenburg bleibt zwiespältig. Es heißt, im hinteren Teil des Buches wäre eine längere biografische Sequenz. Ich frage mich, wie dort Ehrenburgs Rolle in diesem Propagandafeldzug behandelt wird. Aber ich werde nicht soweit gehen, das Buch zu besorgen. Noch nicht.

Noch in den Sechzigern hat das Erscheinen von Ehrenburgs Biografie in der BRD einen Sturm der Empörung ausgelöst, schreibt der Rezensient im Freitag. Und 2016?