civil war – reloaded

Während ich hier sitze und schreibe, passieren in der Ukraine grade neue traumatische Ereignisse. Schon wieder Bürgerkrieg. Unklare Fronten. Ehemalige Nachbarn werden zu Feinden. Trotz der vielen Bilder und Berichte sprengen die Geschehnisse meine Vorstellungskraft. Das, was dort passiert, ist noch so frisch und so verworren, dass ich mir nicht anmaße, ein Urteil darüber bilden zu können. Deshalb habe ich bisher nichts dazu geschrieben. Aber natürlich macht es was mit mir. Die ganze Zeit schon. Mein Mitgefühl ist mit den Betroffenen, mit den Zivilisten, die unter den Überfällen und Artellerieangriffen leiden. Ihr Hab und Gut verlieren, ihre Angehörigen oder ihr eigenes Leben. Wie schon vor 90 Jahren. Und wie in den Jahrhunderten zuvor.
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Vor einigen Wochen habe ich online die Aufzeichnungen eines Mannes gefunden, der als Lehrer in einer menonitischen Kolonie den Bürgerkrieg von 1919 beschreibt. Das Tagebuch von Dietrich Neudorf ist ein verstörendes Dokument aus der Zeit, als die Machno-Anarchisten durch die ukrainischen Dörfer zogen und die Leute abschlachteten. Und auch den Thyphus mitbrachten, der letztendlich meine Urgroßeltern getötet hat.

Es macht mich fertig, dass die Ereignisse wiederkehren.

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Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

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