Feldgrauzeit Übersetzung

Die Übersetzung des Originalposts vom März 2016 von http://sogenteblx.livejournal.com/94781.html?style=mine#t710461:

„Die Überflüssigen“: sowjetische Kriegsgefangene in der Darstellung deutscher Künstler – Feldgrauzeit

Neulich fiel mir ein seltenes Buch über Kriegskünstler in die Hände, die die Wehrmacht belieferten. Darin war ein Abschnitt über sowjetische Gefangene, wie sie die Maler in den deutschen Uniformen gesehen haben.

Das traurige Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen, besonders derer, die 1941 in die Kessel geraten waren, ist allen bekannt, die sich mit dem Krieg auseinandergesetzt haben. Unter den Unkundigen ist es allerdings fast völlig unbekannt, zum Beispiel im Vergleich mit der Tragödie der europäischen Juden. Wenn jemand auf der Seite der roten Armee gekämpft hatte und in die Gefangenschaft der Deutschen geraten war, so war das in vielen Fällen das schlimmste was ihm hätte passieren können. Die Nazis betrachteten die sowjetischen Gefangenen nicht als Menschen, und verhielten sich zu ihnen ähnlich wie zu einer nutzlosen Last: sie wurden absichtlich nicht verpflegt, sie wurden erschossen. Als 1941 in Auschwitz das erste Mal das tödliche Gas angewendet wurde, hat man es an einer Gruppe sowjetischer Insassen getestet. Vereinzelte Fälle von Mitgefühl und Menschlichkeit seitens der Befehlshabenden, die in dem einen oder anderen Gebiet sich den Vorkommnissen widersetzt haben und versucht haben, zu helfen, haben die ideologische Grundeinstellung nicht zu ändern vermocht. Der Fokus verschob sich später lediglich von „das sind überflüssige Esser, Unmenschen“ ein wenig zu „das ist ein Reservoir an kostenlosen Arbeitern die bereits erschlossen sind und für eien Zweitverwertung in der Armee zur Verfügung stehen“. Aber wem ging es dadurch besser? Nicht besser wurde es für sie auf jeden Fall wegen der späteren Einstellung der Sowjetregierung: die Episode der Gefangenschaft wurde auf das weitere Leben übertragen.
In einer umfassenderen historischen Betrachtungsweise, ist all das, was diesen Menschen zugestoßen ist, all dieses maßlose Sterben, das zweitgrößte Verbrechen und geht auf das Konto der Armee (roten Armee?), der Wehrmacht und nicht der SS.

Mir schien es, dass es in einigen Fällen den Künstlern gelungen ist, bloß eine Gruppe mehr oder weniger freiwilliger Soldaten aus dem Bolschewiken-Land zu sehen, bestürzt und zerbrochen, die ihre Läuse zerknacken und ihre eiternden Wunden verbinden, sondern gewöhnliche Menschen auszumachen, die unglücklich sind. Hinter den albernen Spitzkappen der russischen Armee und in den sandfarbenen Uniformen sieht man Gesichter, in denen die Ausweglosigkeit und der Tod gespiegelt sind.

Alle Bilder sind erstmals im Netz zu sehen.

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Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

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