Spruch der Woche – Schatten

Schattenspiel mit folgendem Text: Manchmal sind es Schatten der Vergangenheit, welche uns unsere Wege nicht gehen lassen

Normalerweise sind die Schatten zweidimensional und wir können über sie hinweg schreiten. Doch manchmal türmen sie sich wie ein Hindernis vor uns auf und halten uns auf. Das haben auch die alten Chinesen schon gewusst.

Sie beunruhigen uns. Die Schatten, nicht die Chinesen. Wenn wir nur den Schatten sehen und nicht dessen Ursache, bekommen wir Angst.

Es gab doch auch diesen Film, der so hieß: Die Schatten vergessener Ahnen. Von 1964.  Eine Romeo-und-Julia-Variante unter den ukrainischen Huzulen. Ein hochgelobter Film. Aber er war so langsam und künstlerisch erzählt, dass ich ihn nicht ausgehalten habe. Fremdartige Folklore eines Hirtenvolkes aus den Karpaten in grellen Farben erzählt. Muss man mögen. Hier der Trailer auf Ukrainisch mit einer russischen Stimme darüber:

 

 

Du hast wohl nen Schatten, sagen wir, wenn uns jemand nicht ganz geheuer ist und wir dessen Aussagen in Zweifel ziehen. Tiene sombra, er/sie hat einen Schatten sagen die Leute in Spanien, wenn sie jemanden ganz Pfiffigen meinen. In heißen Gegenden sind Schatten eben beliebt!

Besser einen Schatten zu haben, als ganz unterbelichtet zu sein, oder? In diesem Sinne, schattige Zeiten!

 

 

Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

2 Kommentare zu „Spruch der Woche – Schatten“

  1. Ja, das ist eine andere Ästhetik, an der auch Andrej Tarkowskij geschult ist, für das ruhende Auge gemacht, ohne all die hastigen Schnitte, die man uns heute zumutet. Den Regisseur des „Schattenfilms“, Sergej Paradschanow, konnte ich übrigens persönlich kennenlernen.

  2. Lieber Peter,
    vielleicht haben wir es auch schon zum Teil verlernt, in der Langsamkeit zu sein und solche Filme zu betrachten. Ich mag die episch erzählten Filme schon. Habe zu diesem bloß keinen Zugang gefunden. Vielleicht auch weil das Parabelhafte daran mich eher an ein Gemälde erinnert. An bäuerliche naive Malerei und die Bewegungen und Rede der Agierenden sehr schemenhaft und manieriert wirken. Aber sicherlich ist genau das gewollt. Es ist ja toll, dass Sie den Regisseur kennengelernt haben. Aber nicht in Wladimir, oder?

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