Rammstein zum Muttertag?

Rammstein aus Kinderkehlen, was für ein Kontrast. Wissen diese Jungen und Mädchen überhaupt, was sie da singen? Hier interpretiert ein Kinderchor in Saratow (Kasachstan) das Rammsteinlied ‚Mutter‘. Obschon Muttergefühle oder Kinderliebe in diesem Song der deutschen Rockband nicht unbedingt thematisiert werden. Eher geht es um tiefe Enttäuschung und Retortenbabies:

Der Mutter, die mich nie geboren
hab ich heute Nacht geschworen
ich werd ihr eine Krankheit schenken
und sie danach im Fluss versenken

Mutter

Passiert so etwas wirklich mit voller Absicht oder ist es ein Beispiel für schiefgelaufenen Kulturtransfer? Das Banner an der Wand gibt jedenfalls an, dass es sich um ein Fest handelt. Muttertag? Tag der Frau? Fest der Saratower Philharmonie? Wir können nur hören und staunen!

 

(Ab Sekunde 53 fängt das Lied wirklich an, aber die Verbindung zum Server klappt nicht, sodass ich es nicht steuern kann. Wohl wegen des Hackerangriffs gestern Nacht.)

 

 

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Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

8 Kommentare zu „Rammstein zum Muttertag?“

    1. Vielleicht kann sie sich nur nicht vorstellen, dass die Bindung zwischen Mama und Kind nicht eine herzliche sein kann. Dann würde der Text außerhalb ihres Verständnisses liegen.

  1. Man möge mir verzeihen, aber könnte es nicht auch sein, dass die Empathie gegenüber dem Muttersein dadurch Schaden genommen hat, dass wir in einer Zeit leben, in der der Mensch als „Retortenprodukt“ vom Zeitgeist gewünscht ist? Ich war vor ca. 20 Jahren öfter in Lettland. Dort lernte ich eine ältere Dame kennen, die nur eine Tochter hatte. Vorher hatte sie allerdings – zu Sowjetzeiten – in ihrem bisherigen Leben sage und schreibe 7 (sieben) Abtreibungen gehabt, was angeblich während des Bestehens der Sowjetunion keine Seltenheit gewesen sein soll. Hat dieses menschenverachtende System diese Verachtung auf seine Bürger/Genossinnen und Genossen übertragen? Religion als Opium für das Volk fällt mir dazu ein, die Verabschiedung vom christlichen Glauben, der doch für unsere russlanddeutschen Vorfahren das tragende und verbindende Element der damaligen Dorfgemeinschaften gewesen ist und für viele der Nachkommen, die jetzt wieder in Deutschland leben immer noch ist. Für die Älteren unter ihnen sicherlich, bei den Jüngeren kann ich es nicht beurteilen. Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt. Wieviele hätten gern ein Baby, können aber keines bekommen. Dagegen steht hunderttausendfacher Mord in Form von Abtreibungen. Die Chemie zur Schwangerschaftsverhütung ist sicherlich auch ein bedeutender Wirtschaftszweig. Zu diesem Thema, auch Rammsteins Musikstück überkommt mich eine tiefe Traurigkeit…

    1. Lieber Nob, es stimmt schon, dass die Empfängnisverhütung via Abtreibung in den Sowjetstaaten Gang ung Gäbe war. Es ist auch nichts gegen Kinder einzuwenden, die auf andere Wege zustande kommen, als auf die übliche Weise. Oft sind sie sehr erwünscht und es ist das letzte Mittel, auf das Menschen zurückgreifen, um Eltern zu werden. Ich glaube eher nicht, dass die Chorleiterin all das im Sinn hatte oder es mitschwang bei der Auswahl des Stückes. Aber wer weiß… Aufwühlendes Thema.

      1. Liebe Scherbensammlerin, danke für die schnelle Stellungnahme, durch die ich meine Sicht bestätigt sehe. Worauf Du nicht eingegangen bist bis jetzt, ist die Rolle des Christseins in diesem Zusammenhang. Das exponentielle Bevölkerungswachstum auf unserem schönen Planeten wird nicht durch Christen verursacht. Dagegen sind die Muslime jeglicher Couleur äußerst fruchtbar, ähnlich meinen Vorfahren im ehemaligen Generalgouvernement Bessarabien, wo 10 und mehr Kinder je Familie keine Seltenheit waren. Sie hatten sich, vereinfacht gesagt, von 9000 zwischen ca. 1814 – 1840
        verzehnfacht auf 93000, die 1940 umgesiedelt wurden. Hier haben sie sich der allgemeinen Tendenz angepasst und haben 0 bis 4 Kinder, selten mehr. Seid fruchtbar und mehret euch, steht in der Bibel.

      2. In der Bibel steht aber auch anderes. Nämlich liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Ich bin keine Theologin, vielleicht noch nicht einmal eine gute Christin und nicht bibelfest. Auch bei meinen Vorfahrinnen waren 13 Kinder keine Seltenheit. Hohe Müttersterblichkeit und hohe Kindersterblichkeit mögen unter anderem dafür verantwortlich gewesen sein. Ich will mit denen nicht tauschen. Ich bin froh, keine acht Kinder zu haben. Wenn ich mir vorstelle, wenn ein Virus rumgeht, sind die alle nacheinander krank. Und allein die Zettel, die ich dann bekomme aus der Schule und die ich ausfüllen muss. Dann bliebe mir ja gar keine Zeit mehr, auf Kommentare zu antworten, bzw. deren Kern auszuweichen…

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