In eigner Sache. Drei Jahre gesammelt

Heute vor drei Jahren habe ich mich hingesetzt und habe ein Template für Scherben sammeln angelegt. Nun ist der die das Blog – wenn es denn ein Kleinkind wäre – in der Trotzphase. Ich schaffe es nicht, es täglich zu füttern. Ein Mal die Woche wenns gut läuft, oft sind die Intervalle länger. Und dennoch wird es immer fetter. Und jedes Mal, wenn ich inne halte und mich frage, was soll das und aufhören will, kommt ein belebender Kommentar und ich mach weiter.

Mit diesem unliebsamen Nebennischenprodukt. Wenn Sex und Gewalt publikumswirksam sind, was sind dann Vertreibung und Krieg und die Minderheit der Russlanddeutschen? Etwas, das ganz unten im Supermarktregal steht? Oder sogar in zweiter Reihe, hinter den alten Haferflocken, die schon anfangen, ranzig zu müffeln.

Aber was ich kürzlich auf einem anderen Blog gelesen habe, kann ich nur bestätigen: mein Sehen hat sich gewandelt, ich betrachte Bücher, Informationen ganz anders, lese ganz anders und trau mich mehr einen Standpunkt einzunehmen, als noch vor wenigen Jahren.

Und ich habe virtuell Mitlesende und Andersbloggende gefunden und möchte diesen Kontakt auch nicht mehr missen. Auch wenn sie so sind, wie ausgedachte Freunde, nur realer.

Dass ich als Bibliovore zu anderen Literaturbloggs Zugang habe, ist so wie wenn eine Drogenabhängige über Nacht in der Beweismittelkammer der Polizei eingeschlossen wird. Mit 1000 kg Stoff in Plastiktüten. Ich genieße es täglich und habe dadurch ganz andere, ganz tolle Bücher entdeckt.

Auf eure Gesundheit, liebe Mitboggenden und Mitlesenden, Prösterchen und auf weitere drei Jahre, Inshallah! So Gott will.

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Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

8 Kommentare zu „In eigner Sache. Drei Jahre gesammelt“

  1. Schön – und diese „Durststrecken“ kennen wir alle, aber was uns dran hält ist die Gemeinsamkeit. Der direktere nahe Blick auf das Gelesene. Täglich zu posten, muss gar nicht sein. Auf die nächsten x-ten Jahre! Prösterchen! LG Bri

  2. Ich bin im selben Dreh wie du. Und habe dazu gefunden, dass ich den Acker unbeackert stehen lassen kann, sich da für mich wertvolles «Unkraut» bildet, das ich ab und zu mal versuche, in Worte umzusetzen. Lieber Gruss. Barbara

  3. Kämen die Beiträge täglich, würde ich kaum mithalten können. Schon jetzt lese ich einmal die Woche oder jede zweite Woche, was du neues geschrieben hast. Lieber weniger und dafür mehr Tiefe in der Reflektion, genau das habe ich an diesem Blog so lieb gewonnen. Ich freue mich auf viele weitere Beiträge von dir. Vielen Dank für deine Mühen.

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