Rollenspielchen

Der Feminsimus ist schuld. An der Scheidungsrate und auch daran, dass Männer keine Männer mehr sein dürfen. Ach, an allem eigentlich.
Wenn Frauen sich auf ihre angestammte Rolle besinnen würden, wäre die Welt eine bessere. Solche Aussagen lese ich auf dem Blog einer jungen Frau, die sich conservative woman nennt, Mitglied bei der AfD ist und eine Deutsche aus Russland.

Tag der Frauen. International. Nelken und Glückwünsche. Danke dafür.

Weibliche Rollen. Bilder.

Die Russen rühmen sich, die besten Frauen zu haben. „Ich war oft in Deutschland, deutsche Männer beneiden uns um unsere Frauen,“ sagt der russische Kultautor Alexander Tsypkin: Ja. Sie sind entspannter.

Schön. Warm. Sinnlich.

Das sind die Attribute, die ihm zu Frauen einfallen. Darum werden sie am 8. März gefeiert, sagt er in diesem Interview: http://mdz-moskau.eu/kultautor-ueber-russland-und-seine-frauen/

Das Diktat der Schönheit. Spaßig. Aber nicht für alle. Diese Flugbegleiterinnen sind nicht ganz so entspannt.

https://www.mdr.de/heute-im-osten/sexismus-russland-102.html

Weibliche Natur.

Die weibliche Natur durften wir in diesem Jahr am 17.2. beim Frauenmarsch in Berlin bewundern.

500 Demonstrantinnen, die gegen Aggression muslimischer Männer auf die Straße gegangen sind. Flankiert von ebensovielen Bikern. Die extra angereist sind, um „unsere Frauen zu schützen“.

Genau mein Humor. Wenn meine Rechte von 500 Bikern durchgedrückt werden. Ach war da nicht was mit Frauenhandel? Diese Frauen habt ihr sicher auch gut beschützt.

Weiblich konnotierte Tätigkeiten. Werden leider nicht wertgeschätzt. Sonst würden sie nicht Frauen überlassen werden.

Die Erfüllung der Frau ist es Mutter zu sein. Dagegen ist nichts zu sagen. Nur. Was, wenn eine andere Pläne für ihr Leben hat?

„Die strukturelle Benachteiligung von Frauen gleicht einem Yeti. Jeder spricht darüber. Aber noch niemand hat ihn ernsthaft gesehen,“ sagte eine AfD Politikerin vor einer Woche. Wenn 1918 nicht das Frauenwahlrecht erkämpft worden wäre, von Frauen, die gegen strukturelle Benachteiligung auf die Straße und ins Gefängnis gegangen sind, würde sie nicht da vorne stehen und solchen Schmu von sich geben.

Aber keine Sorge, Kollegen von ihr werden das Kind schon schaukeln.

Frauen nicht für Politik gemacht. Warum? Zu emotional.

https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/AfD-Fraktionschef-Maenner-eher-fuer-Politik-gemacht,afd1516.html

Der Feminismus ist an allem schuld. Mehr Ehen werden geschieden, seit die Frauen frauenbewegt sind, das Behauptet Sophia Kähm auf ihrem Blog, eine conservative woman, die Beziehungen nach der Bibel auslegt und Familienleben über alles stellt. Erfüllung der Frau. Weibliche Natur. Hm. Nur.

Wenn sich die Frauen nicht aufgelehnt und als Blaustrümpfe für Frauenwahlrecht und das Recht zum Universitätsstudium zugelassen oder arbeiten zu gehen ohne sich die Erlaubnis des Ehemanns einzuholen, dann würde sie irgendwo Kartoffeln schälen und nicht ihre Weltsicht via Blog verbreiten. Dann wäre nichts mit im 5. Semester Literatur studieren und nebenbei arbeiten gehen…

So siehts aus. Aber es gibt ein Aufwachen.

Mit den rechten Jungs spielen wollen und sich wundern, dass frau nicht ganz vorne mitmischen darf.

http://www.belltower.news/artikel/rechtsextreme-frauen-sind-%C3%BCberrascht-dass-rechtsextreme-m%C3%A4nner-frauenfeinde-sind-12989

Frau & Herd. Das ja.

Frau & Politik, das nicht.

Zu emotional.

Das sagt auch der Identitäre aus Wien.

Antifeminismus gehört zum Rechtsextremismus und zum Rechtspopulismus dazu, wie auch Rolf Pohl, Soziologe und Männerforscher, feststellt: „Zu den ideologischen Bausteinen des Rechtsextremismus und auch des Rechtspopulismus gehört das Bild der intakten Familie und das der klassischen Arbeitsteilung. Gleichzeitig wird propagiert, dass dieses Bild in der Auflösung begriffen oder schon längst systematisch abgeschafft worden ist. Der Mann hat angeblich seine Männlichkeit verloren. Im Rechtsextremismus ist das Bild des Widerstandes und der Opposition schon immer männlich codiert gewesen.“

Ach wie schön wäre es doch, wenn die Rollenbilder klar wären. Wie in diesem Katalog für Deutsche aus Russland. Wenn Kerle noch so sein dürfen wie echte Kerle.


Und Frauen noch so sind wie echte Frauen.

Noch Fragen?

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Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

8 Kommentare zu „Rollenspielchen“

  1. Eben! Machomännertum und Feminismus sollten einigermaßen sachlich und freundschaftlich miteinander umgehen…
    Liebe Frühlingsgrüße vom Lu

  2. Wenn ich schon „unsere Frauen“ höre ! „Wir“ sind Männer und zu unseren Besitztümern gehören neben Autos und anderem Wichtigen auch Frauen …….

  3. Hast vollkommen recht – das geht gar nicht! Aber da enttarnt sich eine altertümliche, nicht reflektierte Weltsicht. Und Rollenbilder, da will ich lieber nicht drüber nachdenken. Mein lieber Scholli!

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