Jeden Tag ein Gedicht oder zwei – 11. März

FRIEDHOF AN DER WOLGA

Pflüge ziehen über die Gräber.
Die Toten liegen tiefer.
Die Gemeinde von einst – vertrieben.
Die Vorväter bleiben da…

DIE RUSSLANDDEUTSCHEN

Ihre Dörfer schweben
im Nebel der Vergangenheit.
Ihre Herden weiden
unter dem Horizont.
Die Glocken ihrer Kirchen
liegen in der Erde.
Was hält den verstreuten
Volksstamm zusammen?
Das Bewusstsein eines vor Jahrhunderten
begangenen Irrtums?
Die Träume der Väter?

Viktor Schnittke (1937-1994), aus „Die Stimmen des Schweigens“

 

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Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

2 Kommentare zu „Jeden Tag ein Gedicht oder zwei – 11. März“

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