Unter die Haut

… oder

Hasch mich ich bin der Mörder!

Was passiert, wenn man sich mit der bloßen Haut auf ein feines Gitter legt? Dann gibt es einen Abdruck, eine Prägung. Sie schneidet manchmal ein. Nach Stunden verschwindet sie. Normalerweise.

Und was ist mit einer Zuschreibung, der du immer und immer wieder ausgesetzt bist? Über Jahre, über Generationen?

Irgendwas von dieser Struktur geht dann doch unter die Haut, setzt sich fest.

Das ist, was die Leute hier verwechseln, wenn sie empört ausrufen, oder in die Kommentarspalten schreiben, viele Deutsch-Russen sind Rechtsextreme.

Einige sicher. Kein Volk, keine Gruppe bleibt in unserer Zeit von diesen braunen Gesinnungsgenossen verschont.

Doch. Warum klebt es an uns, wie Pech? Es gibt fließende Übergänge. Heimatliebe führt nicht immer zu Ausgrenzung.

Aber kann es durchaus. Falschverstandener Patriotismus, fehlgeleiteter Patriotismus. Falsch verstandene Betonung des Deutschtums, die in Ethnoreinheitsphantasien mündet.

Kann durchaus vorkommen, wenn du nicht aufpasst.

Doch. Wieso denken alle, die DaR sind besonders anfällig dafür? (Mag vielleicht daran liegen, dass Gruppen wie DaR für AfD eine besonders laute PR-Maschinerie am laufen haben? Oder es einfach opportun ist, nur über diese Gruppierungen zu berichten.)

Alle schreien nach einem nicht schwarz-weißen Denken. Nur hier verlässt sie plötzlich die Fähigkeit zu differenzieren.

Zugegeben. Viele Deutsche aus Russland haben ein Thema mit Heimat, Identität und Deutschsein. Sie zelebrieren ihr Deutschsein zuweilen auf extreme Weise. Mit alten Volksweisen und dirndlartigen Kleidchen. Oft mag das fremd und übertrieben wirken, aber es hat historische Gründe, steht alles in den Geschichtsbüchern.

Scherz.

Steht natürlich nicht dort. Denn außer der Leute vom Institut für digitalen Lernen mit ihren mBooks, hat sich keiner bis jetzt die Mühe gemacht, unsere Geschichte für die Schule aufzuarbeiten.

Wozu Unkenntnis und Unwissenheit führt, auch die der eigenen Geschichte, wissen wir ja…

Aber in vielen Quellen im Internet steht was dazu. Die muss man sich nur mühsam zusammensuchen.

Heimat und Deutschsein ist unser Thema. Aber macht es uns alle zu rechten Extremisten?

Wieso gewinnen die Leute den Eindruck, wir wären alle so? Das wird den DaR vorgeworfen, wenn sie betonen, wir sind doch Deutsche und stolz darauf. Dann denken hiesige Liberale gleich, Achtung, braune Gesinnung.

Ja, das kann, muss aber nicht sein.

Es kann mit der Prägung zusammenhängen. Siehe Vergleich mit dem Gitter. Eine Prägung, die dir als Deutschen in Russland zwangsläufig aufgedrückt wird. Nicht zu unterschätzen, was das mit Menschen macht.

Eigentlich ein spannendes Forschungsthema.

Wenn du also als verhasste, verschwiegene, unterdrückte Minderheit irgendwo lebst, im Schlimmsten Fall in einem Land, wo die deinigen als Feinde betrachtet werden, wo den Leuten als erstes „Heil Hitler“ und „Hände Hoch“ einfällt, wenn sie nach deutschen Wörtern gefragt werden, dann kann man sich vorstellen, wie diese Prägung ausfallen kann.

Dann bleibt es an dir hängen. Deine persönliche Identität wird von diesen Zuschreibungen geprägt. Das legt sich nicht so einfach ab. Nicht innerhalb von einer Generation.

Ein Freund hatte sich in Russland gut eingerichtet. Hatte nicht vor auszureisen. Mit einem deutschen Namen konnte er studieren und sich eine Existenz aufbauen. Bis, das war wohl schon in den 90ern, sein kleiner Sohn vom Spielen heimkam und sagte: Papa, bin ich ein Faschist? Warum?

Das hat ihm sein bester Freund gesteckt. Ein Junge, der eingentlich aus einer modernen, aufgekärten Familie kam.

Unausrottbar, solche Vorurteile.
Das war der Moment, in dem die Familie die Koffer für die Ausreise in den Westen gepackt hatte.

Bis heute existieren in Russland diese Zuschreibungen. Zumal noch immer unbekannt ist, warum die Deutschen nach Russland kamen, wann, was mit ihnen passiert ist.

Wenn Russen und Russinnen auf der Straße gefragt werden, wie die Deutschen nach Russland kamen, sagen noch immer viele, na die kamen um zu studieren, sie kamen zu Besuch und sind geblieben.

Was für ein Hohn. Zu Besuch!

Viele auf beiden Seiten glauben noch immer, dass es die Nachkommen deutscher Kriegsgefangener sind,  die  Gebiete im Altai und um Omskherum bevölkern.

Chände Choch!

Der Abdruck Faschist wird nicht so leicht verschwinden. Auch mit mehr Informationspolitik nicht. Zuschreibungen sind hartnäckig.

Wie sind die Deutschen in der Sowjetunion damit umgegangen?

Sie haben es umgeformt, aus dem Negativabdruck, aus dem einschneidenden Gittermuster auf der Haut etwas Positives gemacht. Strudel und alte Lieder, Traditionen und die Liebe zu einer Landschaft, die kaum einer von den Sowjetdeutschen je zu Gesicht bekommen hatte. Ein Schutzmechanismus, der sich nun gegen sie wendet.

Pech, dass in der Zwischenzeit, in den 70 Jahren, in Deutschland eine andere Entwicklung stattgefunden hat. Eine folgerichtige und notwendige. Doch nicht gerade eine günstige für die Heimkehrer.

Deutsch-Russen sind Rechtsextreme. Sie wollen auf Teufel komm raus Deutsche sein. So ist nun die Vereinbarung. Warum das so ist, was für Schicksalswege dahinter stehen, danach fragt keiner.

Und wir?

Schweigen. Was sollen wir denn tun. Schweigen, uns ducken, denn das können wir. Bloß nicht auffallen. Das kann böse enden.

Einer schreibt in den Kommentaren etwas zum Fall LISA:

RT Deutsch war eine der ersten Verkünder, wenn nicht der erste Verkünder! Auch ein Jahr später, war es noch bei RT Deutsch zu finden, was direkten Draht zum Kreml hat! Das ist so! Bei den Deutsch-Russen gibt es viele Rechtsextreme!

Diese beiden Verbindungen, Kreml und Rechtsextremismus kleben hier an uns. So wie Faschismus und Verrat an der Sowjetunion dort an uns geklebt haben. Das ist Pech.

Pech, das brennt wenns heiß ist, es brennt es sich ein, lässt sich nicht abwaschen.

Und was tun wir?  Wir regen uns darüber auf, dass uns die Leute und die Medien hier Deutsch-Russen nennen. Ist doch nur ein Wort mit Bindestrich. Hab dich nicht so!

Sind wir deshalb schon rechtsextrem?

Die Wahrheit liegt in den Schatten. In den Schattierungen.  Wie immer. Die freundlichen, offenen weltzugewandten unter uns werden nicht gesehen. Nur die aus voller Kehle rufen: die bringen uns die Messerstecher-Kultur ins Land. Volksaustauch!

Leichen im Keller – auf kreative Weise entsorgt. Oder auch nicht.

In einem Radiointerview, das kürzlich beim WDR lief, hat Luise Reddemann, eine Therapeutin, die sich seit langem mit Traumata beschäftigt, etwas sehr Kluges gesagt.

Die Ablehnung der Geflüchteten, basiere manchmal, nicht immer, aber manchmal, darauf, dass die Leute sich an ihre eigenen verdrängten Fluchterfahrungen und Diskriminierungserfahrungen erinnert fühlen.

Das Verdrängte zeigt sich im Gesicht der Fremden, die in Booten übers Mittelmeer kommen.

Und weils schmerzlich und verhasst ist, weil die Erinnerung nicht gewollt wird, werden negative Gefühle auf die fremden Menschen übertragen. Wut, Schmerz, Angst. Die ganze Palette.

Sie meinte nicht die DaR, aber es lässt sich sehr gut übertragen.

Oft stand in den Kommentaren in letzter Zeit: Aber die DaR kamen doch selbst als Fremde, warum verhalten sie sich so aggressiv gegen die Neuankömmlinge? (Wobei sich viele im Dialog der Kulturen engagieren, das darf nicht vergessen werden.)

Was die Therapeutin genannt hat, das mag nur ein kleiner Erklärungsversuch sein und deckt nicht alles ab. Aber er kommt mir schlüssig vor.

Denn sich mit dem Trauma befassen, das haben unsere Alten weder dort noch hier gelernt. Das weisen gerade die ab, die es am meisten brauchen. Sie sind schnell gekränkt und fertig. Verlagern die Probleme.

Es ist verjährt. Der alte Schmerz ist wie ein Kadaver, der 70 Jahre hinterm Sofa vor sich hin fault. Wer will sich damit abgeben? Zu spät.

„Begrabt die alte Gram doch endlich!“, möchte man ihnen zurufen.

Aber weil das Schweigen so lang darüber ausgebreitet war, weil es nicht sein durfte, dass sie Opfer waren, geht das nicht. Es ist kein Abschluss da. Noch nicht mal ein Anfang!
Im Osten nicht, noch immer nicht, und im Westen schon gar nicht. So taucht die Leiche immer wieder auf.

Lässt sich nicht unters Sofa schieben, sie lässt sich noch nicht mal in eine Statue eingipsen oder unter dem Pavillon begraben, wie in diesem Louis-de-Funes-Film.

Wohin damit?

Wir sind Opfer gewesen!

Nein!

Doch!

Oh!

Sorry, verjährt, sorry, uninteressant. Schaut nach vorne, lasst das Alte sein!

Solche Stimmen gibt es. Klar.

Aber sich dann wundern, wie viele von uns austicken, wie viele gegen andere agitieren, wie die Wut einzelne überflutet und sie blindwütig und gewalttätig werden.

Nein!

Doch!

Ohhh!

Naja, vielleicht lässt sich das Unliebsame, das Rechtsextreme, das Scherliche doch unter dem weißen Sofa verstecken. Es muss nur groß genug sein…

Was nicht vollständig erklärt, dass es hin und wieder doch rechtsextreme und völkische Gedanken unter den Deutschen aus Russland gibt. Aber sie sind mir ebenso fremd wie die der hiesigen Nazis.

Doch zum Glück, muss ich mir für deren Motivation nicht auch noch Erklärungen suchen.

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Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

15 Kommentare zu „Unter die Haut“

  1. Ich kann leider gar nichts stichhältiges dazu sagen. Was mir dazu einfällt ist, dass das „Deutschtum“ mit der dazugehörigen Folklore nach dem Naziregime eben diskreditiert war und das bis heute ist. Das Bild von Deutschland, das möglicherweise bei den Russland-Deutschen gepflegt wurde/wird ist veraltet bzw entspricht den Verhaltensweisen von politisch rechtsdenkenden Menschen. Das ist einfach gesellschaftliche Realität

  2. Genau so wirkt es und wird auch so gesehen. Doch dass diese Folklore und die Traditionen Menschen in den Arbeitslagern und Sondersiedlungen haben überleben lassen und ihnen geholfen haben, den Kopf über Wasser zu halten, auch das ist eine Realität.

  3. Im Grunde hast du recht. Wieder was zu denken!
    a) in vielen Dörfern haben die Deutschen unter sich und wie früher gelebt, auch später. Zum Teil auch noch heute.
    b)nich alle Nachkommen schaffen es, sich von der Denke und den Werten der früheren Generation zu befreien. Das ist nicht nur bei DaR so.
    Manchmal denke ich dass durch den Mund von Weidel, Höcke oder von Storch im Grunde deren Vätergeneration redet.

  4. Noch ein Gedanke. Können wir von den nachkommenden Generationen erwarten, dass sie noch in der Sowjetunion die Entwicklung des Westens, die innerhalb von Jahrzehnten vollzogen wurde, mit der 68er-Revolution und und und, innerhalb von einigen Jahren nachholen? Zumindest nicht von allen.
    Oder doch, manchmal tu ich das. Wenn es um die Rollenverteilung von Mann und Frau geht erwarte ich genau das und bin enttäuscht, wenn dem nicht so ist.

  5. ein interessantes Thema, das nicht nur die Gruppe der „Deutschen aus Russland“ betrifft. Im Grunde neigen alle neu nach Deutschland gewanderten großen Volks-Gruppen zu einer Überbetonung des „Eigenen“, der Traditionen, der Gruppennormen. Die DaR unterscheiden sich in der Hinsicht überhaupt nicht zB von den Kurden, nur trifft ihr Verhalten nicht dieselbe Ablehnung durch die „einheimischen“ Deutschen, sondern es gilt als Folklore und schick, wenn sie ihre alten Tänze tanzen und ihre Hochzeiten feiern etc.
    Politische Radikalisierungen (rechts aber auch links) sind bei „Neubürgern“ jeder Art besonders häufig, weil sie die Konflikte ihrer Heimaten weitertragen, nicht aber mit den vor-Ort-Entwicklungen mitgehen können. Sie radikalisieren sich im Konflikt mit den dominanten Kulturansprüchen. So werden junge Moslems, die zu Hause genau wie europäische Christen eine Routine-Beziehung zur Religion hatten, dem politischen Islam zuneigen etc pp.

    Es gibt noch eine andere Übereistimmung: bei Alt-Zuwanderern (und dazu rechne ich die DaR) ist die tendentielle Ablehnung der Neuzuwanderer oft besonders ausgeprägt. Darüber wundern sich die „einheimischen2, die denken, „Ausländer“ müssten mit „Ihresgleichen“ solidarisch empfinden. Das tun sie aber meistens nicht. Dafür brauche ich keine psychologische Erklärung, denn es hat sozial-ökonomische Gründe: die schon integrierten „Ausländer“, die gerade hoffen konnten, ein normales Leben als Deutsche zu führen, fürchten zu Recht, durch die vielen Neuankömmlinge erneut der Gruppe der „Nicht-Deutschen“ zugeordnet und diskriminiert zu werden. Außerdem sind sie mehr als die „Einheimischen“ der Konkurrenz um Wohnraum, Arbeitsplätze, Kita-Plätze, soziale Leistungen ausgesetzt, die angesichts des Drucks der großen Zahl abgesenkt werden. Ihre eigenen Integrationsanstrengungen werden nicht belohnt.

    Ein anderes Thema ist die Aufnahme von Landsleuten, die das Unglück hatten, aus ihren Heimatgebieten vertrieben zu werden. Da gibt es ja viele. Erwähnen möchte ich aus eigener Anschauung die Pontosgriechen, die, da sie in Griechenland kaum Heimatgefühl entwickeln konnten, oft gleich weitergewandert sind – nach Übersee oder auch nach Deutschland, wo sie ihre sehr lebendigen Traditionen pflegen.

    Damit will ich die Besonderheit der Situation der Deutschen aus Russland, die mit anderen Hoffnungen nach Deutschland kamen, nicht kleinreden, sondern nur auf allgemeine Trends aufmerksam machen (die natürlich nur Trends sind und durchaus nicht auf die Individuen zutreffen müssen)

  6. Ich bin gerade von einer sehr inspirierenden Ausstellung zurückgekommen. In dem kleinen Ort, in dem ich gerade bin, gab es einen Künstler-Pfarrer, Bildhauer, Holzschnitzer, sogar seine eigene Kirche hat er geplant und gebaut. Eine ungemein moderne Kirche aus den 50 und 60er Jahren. Erstaunlich. Und dieser Pfarrer war ein Donau-Schwabe..
    Ist nur eine Assoziation ….
    Es ist echt tragisch, dass Menschen von einem Land träumen und meinen dessen Traditionen hoch zu halten und dann feststellen müssen, dass dieses erträumte Eldorado ganz anders ist und dass ihre eigene Kultur in Frage gestellt wird. Ich kann das sehr gut verstehen. Es ist wie in diesen Science-Fiction-Geschichten, in denen Raumfahrer bei Lichtgeschwindigkeit unterwegs waren und wenn sie zurückkommen sind auf der Erde 100 Jahre vergangen und sie finden sich schwer zurecht und die Erdbewohner können auch nichts mit ihnen anfangen.. Tragisch ist auch, dass man in Deutschland wahrscheinlich jede andere Minderheit und ihre Kultur besser akzeptiert als den schuldbehafteten Blick in die eigene Vergangenheit ….

  7. Auf der Homepage von „Sinn und Form“ steht gerade so ein schöner Satz: »Heimat ist Geheimnis – nicht Geschrei.« (Franz Hessel). Darauf könnten sich vielleicht viele Neu- wie Altdeutsche einigen. Mit manchen kann man das Geheimnis teilen, mit anderen nicht so, mit den Schreiern kaum.
    Außerdem möchte ich Dir noch sagen, dass Du mit diesem Blog schon sehr viel dafür getan hast, dass andere Deutsche andere Deutsche ein bisschen verstehen lernen. Danke dafür!

  8. Mal wieder ein berührender Text von unserer Scherbensammlerin!

    Ich musste beim Lesen der Kommentare daran denken, dass Juden immer wieder davon berichten, dass das Judentum in fast zweitausend Jahren Existenz ohne eigenen Staat nur überlebt hat, weil die Angehörigen dieses Volkes ihre Rituale und Traditionen weiter gepflegt hatten. Sie haben die jüdischen Feste gefeiert und den Sabbath gehalten, selbst wenn sie wenig religiös waren. Auch heute tun das noch die Juden in aller Welt, viele von ihnen ebenfalls, ohne religiös orientiert zu sein.

    So ungefähr stelle ich mir die Funktion der Traditionen vor, denen die Deutschen in Russland in ihren Dörfern gefolgt sind. Traditionen sind wie Gefäße, in denen Identität eingekapselt und durch Zeiten und Kulturen hindurch transportiert werden kann.

    Nun haben die Deutschen aus Russland ihre Gefäße ins „Mutterland“ nach Hause gebracht und wenn sie sie öffnen, merken sie, dass – anders als der Inhalt der religiös fundierten und daher für die Ewigkeit befüllten jüdischen Gefäße – das, was sie mitbrachten, nicht mehr passt; weil der größte Teil der Deutschen seine Gefäße inzwischen ausgeleert, gereinigt und neu befüllt hat.

    Verständnis sollte nun von beiden Seiten reifen. Ja, die Hiesigen (zu denen ich gehöre), sollten offen sein für die Erfahrungen derer, die aus der Sowjetunion kamen und sich auch Gedanken darüber machen, weshalb ihnen ihre Nationalität mehr bedeutet als den meisten schon immer hier Lebenden.

    Umgekehrt wäre aber auch wünschenswert, wenn die aus Russland zugewanderten Deutschen Klarheit darüber erlangen, weshalb es hier im Westen notwendig, hilfreich und sinnvoll war, die alten Gefäße neu zu befüllen und entsprechende Konsequenzen zum Beispiel für die eigene Sprache zu ziehen. Sie sollten wissen, dass beispielsweise die Verwendung bestimmter sprachlicher Codes in der Bundesrepublik nicht mehr üblich ist oder eben dann mit einer bestimmten politischen Gesinnung assoziiert wird.

    Insgesamt wäre es schön, wenn mehr (oder überhaupt mal) Räume der Kommunikation entstehen würden, damit zugereiste und schon immer hier ansässige Deutsche sich kennen und verstehen lernen könnten.

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