Ein Buch von 1931 – Teil II

Die kurze Blüte im ukrainischen Zentrum sowjetdeutscher Literatur.
Annelore Engel-Braunschmidt

Beim letzten Mal ging es um die Machart des Sammelbandes sowjetdeutscher Dichtung von 1931, jetzt kommt der Inhalt dran. Dabei mache ich es mir sehr einfach und lese selektiv. Die Schmiede-Verse, die Anti-Moses-Verse und die Traraa-Kommunismus-ist-prima-Verse haben zwar eine eigene Kraft und Zielgerichtetheit, wirken auf mich in ihrer drängenden Beteuerung der kommunistischen Ideologie eher befremdlich und sind sicher nicht mehr zeitgemäß. Darum kann sich die vergleichende Literatur kümmern.

Kinderzeichnung aus der Zeitschrift „Tschish“ von 1931

Mir fallen eher die anderen Texte auf, die mundartlichen und satirischen Stücke aus der Feder von Hans Bachmann zum Beispiel und die erstaunlich zeitlose Kurzprosa von Gustav Brand.
Wie er schreibt, gefällt mir (abgesehen von einem schrecklich propagandistischen Schlafepos) und ist nicht besonders bejahend, könnte sogar als defätistisch gelten. Wenn ich Stalin wäre, würde ich ein Auge auf ihn werfen, oder zwei Gestalten schicken, die sich in seine Stube setzen, rauchen, die Kippen in der Untertasse ausdrücken und dann sagen, Nun, Genosse Dichter, so kommen Sie ma mit.

Dunkle Vergangenheit
Bin erstaunt. Wo es weniger ideologisch wird, sondern menschlicher und tragischer, wird’s richtig gut. Eine der Geschichten (Der fremde Gast) fängt zwar mit dem Satz an: Sonja Perwomaiskajas Leben der letzten zwei Jahre war ein einziger Rausch von Daseins- und Lebensfreude. S. 185

Doch, wie nicht anders zu erwarten, gibt es Untiefen, die schon bald diese Freude trüben und uns in Sonjas Vergangenheit und in die Welt von verwahrlosten Kindern führen. Millionen solcher Unbeaufsichtigter (besprizornye, besprizorniki), wie sie genannt wurden, haben nach den Wirren der Revolution und Anfang der 1930er insbesondere die großen Städte der SU bevölkert. (Später, aber das war lang nach dem Erscheinen dieses Bandes, kamen Kinder von Volksfeinden und Kriegswaisen dazu.)

Der Verfasser Gustav Brand, ist ein deutscher oder österreichischer Kommunist, der in ersten WK als Kriegsgefangener nach Russland kam und geblieben ist. Ich mag vielleicht übertreiben, aber einige seiner Beobachtungen oder Kurzprosatexte sind gestochen scharf, realistisch, zwar in Richtung Kommunismus geneigt aber (bis eben auf diesen einen Ausrutscher) nicht propagandistisch-dumpf.

Randnotiz: Jugendbanden verwahrloste Kinder der 1930er

Auf einer russischen Erinnerungsseite im Netz heißt es: Die Jugend vieler sowjetischer Kinder in den 1930er Jahren war schwerlich fröhlich und sorglos zu nennen. Viele von Ihnen kannten ihre Eltern nicht oder kamen in miese Gesellschaft. In solch großen Städten wie Moskau, gab es immer eine Unmenge von obdachlosen Kindern, die das Leben auf der Straße zu Kriminellen gemacht hatte. Je nach Schwere des Verbrechens konnten damals auch Zwölfjährige mit Strafen wie Erschießen oder Lager belangt werden. Politische Verbrechen wurden auch bei Kindern als sehr schwer angesehen.

In den Wirren der Revolution, der Verhaftungen und des Krieges landen viele Kinder auf der Straße

Metzle-Supp
Etwas heiterer kommen da die Schwänke des in der Ukraine geborenen Hermann Bachmann daher. Der Schwank, wenn denn die mundartlichen Kolonischta-Geschichtla von Bachmann als solche gelten dürfen, existiert als Genre in der modernen Zeit eigentlich nicht mehr. Er hat sich verwandelt. In etwas, das von früheren oder heutigen Stand-Up-Comedians auf der Bühne gezeigt wird. Der Text darüber wie die Elekrifizierung zu den Juchtalern kam, braucht sich hinter der Satire eines Gerhard Polt oder eines Hape Kerkeling durchaus nicht zu verstecken. Natürlich übertragen auf die Zeit und den beginnenden Sozialismus. Oder hat zumindest das Potential. Bachmann hat Ende der 20er Jahre den Linguisten Viktor Schirimunski bei seinen Sprachforschungen in den deutschen Kolonien begleitet, hat ihm assistiert und hunderte Lieder aufgenommen. Er hat nicht nur die Mundart, sondern auch die Mentalität der behäbigen etwas verpeilten Bauern gut wiedergegeben, ohne sie dabei bloßzustellen. So gut, dass er es sich mit der Macht verscherzt hat. 1933 wird er verhaftet und zu zwei Jahren Zwangsarbeit in Karelien verurteilt. In den Wirren des Krieges gelingt es ihm über den Wartegau nach Deutschland zu fliehen, wo er als Übersetzer arbeitet und 1951 in einem Altenheim in Wuppertal stirbt.

1931, Steinfeld, Molotschna Kolonie. Katharina Wall mit ihrem ersten Sohn Gerhard und Schwiegermutter auf ihrem Bauernhof. Foto erhalten von Aron Wall.

Seine in der Ukraine bereits 1929 erschienenen Beobachtungen „Durch die deutschen Kolonien des Beresaner Gebietes“ werden 1974 von Joseph Schnurr herausgegeben. Bachmanns Stücke enthalten viele Beispiele der Mischmundarten der RuDe und jede Menge Entlehnungen aus dem Russischen. Was schön klingt. Beispiele:

Isch des ämol ä Elend! Hasch gmoint, ‘s werd ämol ebbes besser (un ‘s isch ah schon besser worre!),  jetzt kommt do widder ä neies Unglick! Ja, un noch was fer ois! Wie ‘s noch nie net gwäe isch: d‘ Welt werd jetzt undergeh!!
S 74

Odder, sage mer, ‘s war Kirwe. Am Vormittag hasch andächtich d‘ Predicht angehört, wenns d‘net grad drbei eingeschlofe bisch, un am Nochmittag ä bissle ghuloit [von gulat‘, russ. für spazieren gehen], wenn d‘a mässischer Mensch warsch.
S. 78

Gegr Mittag isch‘r zum Fedjke gange, was ä schehner Traktier hat, un hat dort fer finfesiewezich Kopik [Kopeiken] ‘s Mittag gesse und owe druf noch Bier trunke.
S. 90

Die Geschichte „Wie der Krischtjanvetter von Dammelsdorf einen Bericht im Rayonszentrum abstattete“ ist auf Hochdeutsch gehalten, nur mit code-switching ins Russische und mit Begriffen aus dem neuen System.

Es klingt total urgemütlich, wie Bachmann hier russische Begriffe ins altertümliche Deutsch mischt. Manches erkenne ich: Portfeller (Brieftasche = Portfel = Portefeuilles), Rayonvollzugskommitee, der Frieder ist zwei Arschine und drei Werschok hoch, was alte russische Maßeinheiten sind. Aktiwischteversammlung gefällt mir auch ausgesprochen gut. Initzjatiwe und Demonschtratzje. Das sind so Wörter, sie es bei den Kolonisten früher nicht gegeben hat und so haben sie halt solche Lateinslavismen statt Hochdeutsch benutzt. Es macht großen Spaß, das zu lesen und sich vorzustellen, wie sie damals in diesen Flecken wirklich gesprochen haben. Denn diese Welt ist ja eigentlich ausgestorben und die Sprachen oder Dialekte mit. Manches werde ich wohl nie ergründen: Was ist Metzlesupp? Kennen die eingefleischten Russlanddeutschen sicher. Ich muss dagegen googeln. Das ist wohl eine Spezialität aus dem Schwabenland und aus der Pfalz. Wurst mit Wurst mit Wurst und mit Fleisch und ein bisschen Majoran. Alles vom Schwein. Ein Volkslied oder Schlager mit dem Titel: Metzlesupp aus der Pfalz gab es wohl auch mal. Soso. Metzlesupp heißt sie wohl, weil es das traditionelle Gericht nach der Christmette war an Weihnachten. Wieder was gelernt. Bei uns zuhause gibt’s Heiligabend polnischen Salat mit Würstchen. Auch eine Tradition.

Es gibt übrigens Lexikon der RuDe Mundarten online für die, die weiter nachforschen wollen:

http://prowiki.ids-mannheim.de/bin/view/Russlanddeutsch/RechercheHessisch#

Hier finden sich auch Tonaufnahmen, nicht nur der einzelnen Wörter, und was viel spannender ist, sind die Erzählungen in hessischer, schwäbischer, pfälzischer und nordbairischer Mundart oder uff Platt.

Perlgraupen grob

Schellenberg, der dieser Sammlung als Herausgeber vorsitzt, überzeugt mich dagegen nicht. In der Sammlung sind ja unter anderem Auszüge aus seiner längeren Erzählung „Lechzendes Land“ abgedruckt. Die Kapitel heißen: Gottgefälliges Kollektiv – Voreiliges Amen – Repitition.

Kinderzeichnung aus der Zeitschrift „Tschish“ von 1931

Sie handeln von der Kollektivierung in einem deutschen Dorf in der Ukraine. Die Schreibe Schellenbergs scheint mir zu sehr angepasst, seine Figuren sind gewollt typisiert. Der böse Nöpmann mit dem Pastor im Gefolge. Und wie er die Frau des Armbauern charakterisiert, nun, heute ginge das nicht durch. Sexlüstern und tiefgläubig zu gleich. Wo gibt’s denn sowas? Andererseits, warum nicht.
Die Fronten sind also glasklar, auf der einen Seite (A): der Pfarrer, die Großbauern oder Fahrunternehmen, die bigotten, vermeintlich gottgefälligen Frauen. Auf der anderen Seite (B): die einfachen, armen Leute, die viel gelitten haben und schlau und herzensgut sind.

Die Gruppe (A) versucht aus Profitgier das beste Landstück zu kriegen und muss dafür einige der Gruppe (B) überreden, mitzumachen, als Feigenblatt fürs Kollektiv sozusagen. Die Leute aus Gruppe (B), eine arme Witwe, ein Kleinbauer, ein Knecht, werden nicht nur benutzt, sondern auch übervorteilt.

Schellenberg beschreibt detailliert und erbarmungslos. Anders als bei Bachmann kommen seine Charaktere nur dann gut weg, wenn sie die richtige sozialistische Gesinnung haben. Die anderen werden schablonenartig gezeichnet. Zum Beispiel der Pastor:
Und sie schaute auf die dicken, feuchtroten, fettigen Lippen, von denen nun Sattheit und Trost fliessen sollten.
S 145

Viele Passagen enthalten starke Adjektive, fast schon flutartige Verwendung, die Witwe wird so beschrieben:

Mutter Sophies runzlige, von der Arbeit zerquetschten Hände wickelten sich bei den letzten Worten in die blaugestreifte Schürze und zerrten zuckend daran, die Finger verkrampften sich in den fadenscheinigen Stoff; dann schlug sie die Schürze vors Gesicht und erstickte einen Schmerzensruf aus schwacher, sorgenbeklemmter Brust, der, lange Jahre unterdrückt, durch verletzendes Tasten einer groben Hand hervorbricht und in tränenlosen Schmerz heiß durch alle Fibern gellt.
S 148

Das ist Drama. Stummfilmreif. Und immer sehr stark gebeugt zu dem Traum der Arbeiter und Bauern. Winke mit ganzen Zäunen, statt mit nur einem Zaunpfahl. Aber so war die Zeit und er hat sich eingefügt.

Nach diesen Kapiteln bin ich allerdings nicht sonderlich neugierig, wie es mit der Kollektivierung vorangeht. Zu klar und eindeutig ist die Richtung. Doch auch hier, wertvolles Zeugnis aus der Vergangenheit.
Die Perspektive ist schon auch spannend, denn die meisten Nachfahren der Kolonisten, die das erlebt hatten, erzählen die Geschichte aus der Sicht der rechtschaffenen, Bauern mit viel oder auch wenig Besitz, die enteignet und von den Bolschewisten ungerecht behandelt worden sind. Ich bin so scheints die einzige Person, deren Großonkel freiwillig zu den Roten übergelaufen ist, wenn man den Legenden glauben soll.

Resumee: zwischen den drängenden kommunistischen Vorzeigegedichten (Jetzt atme ich mit voller Brust! Vorwärts, ihr Gäule! Mit Adern voll Eisen, flüssigem, warmen usw.) und antireligiösen Motiven finden sich durchaus Schätze. Gekonnt und lesenswert. Derjenige, der mit bibelfesten Versen so gegen die Kirche und die Religion wettert, Franz Bach, wurde als junger Mann übrigens wegen gotteslästerlichen Aussagen aus dem Priesterseminar ausgeschlossen, bevor er sich bereits 1919 den Bolschewisten anschloss. Nützte nichts, am 20 November 1936 wurde er verhaftet, zwei Jahre später zu acht Jahren wegen antisowjetischer Agitation verurteilt. Er starb in einem Lager 1942. Nach seinem Tode wurde er rehabilitiert.

Rohrbach, Ukraine

Heute mögen uns diese Blüten sowjetischer Dichtkunst wenig zeitgemäß erscheinen. Die Systeme haben sich geändert. Ein offenherziges Vorwärts! zum Sieg der Arbeiterklasse mittels Literatur kommt uns falsch und sogar komisch vor. Aber auch unsere Zeit wird ihre Stilblüten und nichtssagenden Ideologien hervorbringen. Wenn wir die Texte herausschälen aus ihrem Agitprop, was bleibt dann übrig? Kraft? Rhythmus? Gute Beobachtung?

Es heißt, die Blüte der fruchtbaren russlanddeutschen Literatur in der Ukraine sei sehr kurz gewesen. Sie hat auch wenige Früchte hervorgebracht aus den bekannten Gründen. Sehr wenige Bücher haben überlebt, und leider Gottes haben auch sehr wenige Literaten und Literatinnen selbst Krieg, Verbannung und Arbeitsarmee überlebt. Und manche sind uns nicht bekannt, weil sie so abtrünnige Texte geschrieben haben, dass sie es noch nicht einmal in so einen Band geschafft haben.

Ich würde mir wünschen, dass es dieses Buch und andere seiner Art bald auch ganz öffentlich zu kaufen gibt. Vielleicht nicht als Faksimile, sondern als neuen Satz. Mit weißem Papier, ohne Verunreinigungen, ohne überflüssige Rechtschreibfehler oder hüpfende Zeilen. So, dass wir uns besser auf den Inhalt konzentrieren können.



Sammlung sowjetdeutscher Dichtung. Geordnet und eingeleitet von David Schellenberg (1931), Vorwort von Annelore Engel-Braunschmidt. Reprint OLMS Presse, Hildesheim u.a. 1990

Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

25 Kommentare zu „Ein Buch von 1931 – Teil II“

  1. Dankeschön dafür! Ein weiteree Schritt, dieses literarische Kapitel nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Wie bist du an das biografische Material gekommen? Gerade diese „hervorzukramen“ ist manchmal die größte Arbeit.

  2. Nun, von allen 7 Autoren stehen kleine Bios in der Nachdruckausgabe und anderes steht online. Ich bun nicht in Archive gestiegen. Obwohl das sicher mehr zutage bringen würde…

  3. Ich bezweifle, dass man viel in Archiv findet. Das wären Glückfunde. Die 1930er als Zwischenkriegsepoche sind schwierige Jahre was die Aufbewahrung von Dokumenten etc. anbelangt.

  4. Das stimmt, aber irgendwo stand, dass von Gustav Brand oder Hans Hofmann es irgendwelche Texte/Bücher/Manuskripte in einem Theaterarchiv in St. Petersburg was geben soll. Müsste ich mir noch genau angucken. Irgendwo habe ich das gelesen.

  5. Danke Melitta für Bachmann, den tollen Erzähler, den wunderbaren Kenner der russlanddeutschen Mundarten und den großen Lehrer!

  6. Irgendwann verwischen sich alle Traditionen. DasWort Metzel kommt von Messe oder Christmette. Aber es bedeutet nicht, dass es in Stein gemeißelt ist, dieses Gericht an Weihnachten zu essen. Vielleicht wars irgednwann einmal ein einfaches Sonntagsessen?
    Denn vor oder nach dem Gottesdienst schnell eine Suppe zusammenzuschustern macht ja auch Sinn.

  7. Hast du für mich bitte die Quelle, ich finde in Internet nichts mit „Metzle“, nur „Metzel-„.
    Natürlich bin ich keine Expertin, habe jedoch ca. 500 Wörter unseres Dialekts gesammelt. Dabei war eine der großen Herausforderungen die „verschluckten“ Selbstlaute.
    Das „Metzel“ wurde ja nie so deutlich ausgesprochen, es war immer etwas zwischen „Mezl (sehr weich am Ende)“, „Mezel“ und „Metzle“. Daher rührte auch meine Vermutung, dass es sich um die Metzelsuppe, als Kessel- oder Schlachtsuppe handle.
    Wir kennen eine Suppe aus Würsten, die hieß bei uns jedoch Waschtsup (Wurstsuppe) und es war in der Tat ein schnelles Essen, meist am Sonntag zubereitet.

  8. Gerne frage ich bei Gelegenheit meine in der Pfalz lebende Verwandtschaft. Berichte dann gerne wieder.
    Bei uns sagte man zum Schlachten Metzln. Habe mir das Lied mehrmals angehört, das Wort wird genau so ausgesprochen. Es hört sich gar nicht nach „Metzlesup“ sondern eher nach „Mez(e)lsup“ an. Kann schon sein, dass man hier in Deutschland kurz vor Weihnachten geschlachtet hat und daher diese Suppe auch dann nach der Christmette gegessen wurde. Bei uns wurde, wegen dem früheren Wintereinbruch, meist bereits Anfang Dezember gmezlt.

  9. Dann also doch eine Gemetzl-Suppe. Vielen Dank für diese interessanten Ausführungen. Ich glaub, dir würden die Geschichtla vom Bachmann auch gefallen! Du würdest sicher noch mehr erkennen, was mir verborgen bleibt…

  10. Da hast du vollkommen recht, es „juckt“ mich schon. Gibt es die Geschichten auch online?
    Erinnere mich an noch zu gut an einen Spruch von meinem Opa, wobei es ein Mischmasch von Dialekt und russisch ist: „Holwa russisch, holwa taitsch, kumt da Vota mi ta paitsch. Papatschka, papatschka, boljsche ja ne budu!“ Oder „Towarisch Mirawoj, um krum Michl sei kos poschla na moju toch. Ja ej skasal, a ana loch loch.“
    Bis gespannt, ob du alles entziffern kannst 😉

  11. Den ersten Teil des Spruchs mit dr Peitsch kennt mein Vater genauso von zuhause. Aber wie kommt die Ziege (kos) aufs Dach? Toch?
    Tochter?
    Online gibts die noch nicht. Oder. Aber es gibt die Ausgabe von 1974 antiquarisch zu kaufen.

  12. Das ist ja witzig. War wohl für viele eine Herzangeleigenheit, dass die Sprösslinge immer mehr die Muttersprache verlernten.
    Im zweiten Spruch geht es um eine Semljanka (Erdhütte mit Gras bewachsenem Dach), da war es für die Ziegen ein Leichtes hinauf zu klettern.
    Danke für den Hinweis mit dem Antiquariat. Dann stöbere ich mal, vielleicht glückt es mir ein Exemplar zu ergattern.

  13. Lieben Dank dir.
    Hm, gerade fällt mir auf, dass die Kolonistengschichtlja aus der Beresaner Gegend sind. Mein Papa stammt aus Krasna, bei Beresan. Na was für ein Zufall – was fällt mir zu!

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