Tagesgedicht 13. März – Rainer Maria Rilke

Rilke (ganz links), der Bauer und Schriftsteller Spiridon Droshshin und Lou Andreas-Salomé zu Besuch auf dem Landgut des Schriftstellers Nikolai Tolstoi (nur entfernt verwandt mit Leo Tolstoi), Fotografie mit Namen der Personen von Droshshins Hand (1900). (Bild: Droshshin-Museum, Sawidowo)

***

Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht,
dann geht er schweigend mit ihm aus der Nacht.
Aber die Worte, eh jeder beginnt,
diese wolkigen Worte, sind:

Von deinen Sinnen hinausgesandt,
geh bis an deiner Sehnsucht Rand;
gib mir Gewand.

Hinter den Dingen wachse als Brand,
daß ihre Schatten ausgespannt,
immer mich ganz bedecken.

Laß dir alles geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muß nur gehn: Kein Gefühl ist das fernste.
Laß dich von mir nicht trennen.
Nah ist das Land,
das sie das Leben nennen.

Du wirst es erkennen
an seinem Ernste.

Gib mir die Hand.

Rilke, 1899, aus dem Stundenbuch

Weshalb ist Rilke in Russland so beliebt? Er ist zweimal mit seiner Geliebten Lou Andreas Salomé und ihrem Mann hingereist. Hat berühmte und weniger berühmte Männer getroffen und war so begeistert von dem Land, dass nicht nur viele der Stundenbuch-Gedichte von diesem Land inspiriert waren. Nein, Rilke hat sogar eigens russisch gelernt und einige Gedichte auf Russisch geshrieben.
Hier ist eins, verzeiht, dass ich es nicht übersetze, es käme mir wie ein Sakrileg vor:
Из стихов Р.М. Рильке, написанных на русском языке

Первая песня

…Вечер. У моря сидела
девочка, как мать сидит
у ребенка. Она пела,
и теперь она слышит
его сонное дыханье;
видев мир и упованье,
улыбается она:
не улыбка – это сиянье,
праздник своего лица…

Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

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