Out of Duschanbe – Lia Frank

Du-schan-be – wie schön das klingt. Das Wort bedeutet auf tadschikisch profan Montag. Denn früher, sprich seit dem 5. Jahrhundert, wurde hier einmal die Woche ein Markt abgehalten. Saftige Melonen, süße Pfirsiche, Hülsenfrüchte aber auch Teppiche oder lebende Tiere wurden feilgeboten. Bis der kleine Marktflecken Bāzār-i Dušanbe zu einer Stadt herangewachsen ist und später zur Hauptstadt von Tadschikistan wurde.

Duschanbe, das war eine der vielen Stationen auf dem Lebensweg von Lia Frank. Sie selbst hat sich einmal, als eine „in Tadshikistan lebende und deutsch schreibende sowjetische Dichterin“ bezeichnet. Geboren ist sie 1921 in Kaunas, Litauen. Den Jobwechseln ihres Vaters ist es zu verdanken, dass sie in Berlin aufwuchs und dort auch zur Schule ging, ihr Abitur aber in der lettischen Kleinstadt Ludsa machte. Als Jüdin floh sie zu Beginn des zweiten Weltkrieges mit ihrer Familie hinter den Ural, wo sie ihr Studium beendete und ging nachdem Krieg wieder zurück nach Lettland. Doch weil sich ihr hier kaum Berufsperspektiven boten, zog sie 1960 mit Mann und Söhnen nach Duschanbe, arbeitete hier an der Uni als Dozentin für Latein und Deutsch.

Bis zu ihrer Ausreise in die Bundesrepublik lebte sie in der heißen Sowjetrepublik und schrieb. Immer auf einem hohen sprachlichen Niveau. Denn trotz des Lebens im Exil ist es ihr gelungen, die deutsche Sprache nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzuentwickeln und sich literarisch darin auszudrücken. Neben ihrer Arbeit als Deutschdozentin mga ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der internationalen Buchhandlung „Mezhkniga“, für die sie gern schonmal Bücher auf deutsch bestellte, ihr dabei geholfen haben. Aber auch der eiserne Wille, in ihrer Muttersprache zu schreiben und zu vesich darin rständigen. Sie las, pflegte Kontakte zu deutschsprachigen Freund*innen im In- und Ausland und zu deutschen Tourist*innen in Tadschikistan (Ja, solche gab es auch) und zog ihre Enkelin zu einer Gesprächspartnerin heran, in dem sie ihr konsequent Deutsch beibrachte.

In einem Band mit Kurzprosa, das dieses Jahr im ostbooks Verlag erschienen ist, spielen ihre Lebensstationen eine wichtige Rolle und auch das Verhältnis zur deutschen Sprache wird in dem einen oder anderen Text behandelt. Ich durfte bei einer Online-Lesung zum Erscheinen ihres Erzählbandes im Rahmen der russlanddeutschen Kulturtage einige dieser Texte vorlesen und bin so tiefer in ihre Arbeit eingetaucht.

Viele dieser Geschichten und Verse handeln von Entfremdung, von Umbrüchen und Kriegsfolgen – nie programmatisch, nie aus der Vogelperspektive, sondern immer aus einem persönlichen Blickwinkel heraus. Manch einer Lebenssituation des realexistierenden Sozialismus gewinnt Lia Frank auch eine humoreske Seite ab, wie in den den Stücken „Fehlverbindungen“ oder „Hausflusromantik“. Es kommen aber auch wie gesagt ernste Themen vor. „Der Mann mit der Handgranate“ oder der „Lederne Mann“ zeigen die Auswirkungen von kriegerischen Konflikten vor 80 Jahren oder während des Zusammenbruchs der Sowjetunion in den 1990ern.

In der titelgebenden Erzählung „Das himmlische Kreuz“ , die kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges angesiedelt ist, deutet sie die zukünftigen Ereignisse im Leben von Jugendlichen in einer kleinen litauischen Stadt an, die kurz vor dem Abitur stehen, ohne sie explizit zu benennen. Wir ahnen, wie lebensverändernd und endgültig diese sein werden.

Im Anschluss an die Lesung meinte ihre Enkelin Jana, die aus Berlin zugeschaltet war, Lia wäre sicher eine hervorragende Bloggerin gewesen, wäre sie nur einige Jahrzehnte später zur Welt gekommen. Sie konnte Alltagsszenen festhalten und so auf den Punkt bringen wie kaum eine andere.

In russlanddeutschen Literaturkreisen ist Lia Frank als Autorin durchaus bekannt. Sie hat bereits in der Sowjetunionin den deutschsprachigen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht und war auch bei Seminaren dabei gewesen. Auch wenn sie von einigen Vertretern wie dem Literaturkritiker Reinhold Keil, nicht als russlanddeutsche Autorin akzeptiert wurde. Vielleicht weil sie als Jüdin in der Sowjetunion nicht den gleichen Repressalien ausgesetzt war wie fast alle DaR? Nicht das Schicksal der Schicksalsgemeinschaft teilte? In früheren Zeiten war es immer sehr wichtig, wer dazugehörte und die Richtlinien dieser Zugehörigkeit wurden sehr eng gesetzt. Nun. Nicht nur in früheren.

Auch wenn sie nicht diesen typischen Weg mit Verbannung, Zwangsarbeit und deutschfeindlichen Repressionen gegangen ist, gab es aufgrund von Flucht, Heimatverlust und des Nicht-Dazu-Gehörens durchaus Überschneidungen der Lebenswelten. Auch literarisch.

So handeln ihre Verse aus dem Zyklus Ruheloser Februar 1990, die kurz vor der Ausreise in die Bundesrepublik entstanden sind, von Aufbruch und Verlust:

Erinnerungen. Noch sind wir daheim

Noch sind wir daheim –
Meine Bücher stehen
in den Regalen;
die Enkel sind in der Nähe [,]
die Katzen gut versorgt …

Doch liegen auf dem
Tisch schon Fragebogen,
für Auswanderer bestimmt –

nach Israel, Kanada,
Autralien … Gibt es
welche nach Neuseeland?

Großer Gott! Wo liegt
bloß NEUSEELAND?!
Noch sind wie daheim …

Lettisch, Russisch, Hebräisch und Jiddisch – Lia Frank beherrschte viele Sprachen. Sie war dennoch ihrer Muttersprache sehr verbunden und hat es wie gesagt geschafft, diese trotz Exil und eisernem Vorhang, zu erhalten und sich darin weiter zu vervollkommnen. Ihre Liebe zur deutschen Sprache blieb unvermindert, trotz alldem was das deutsche Volk den Jud*innen angetan hat. In diesem vielzitierten Gedicht bringt sie diese Zerrissenheit zum Ausdruck:

An euch gekettet / durch eure Sprache, / eure Gedichte und eure Lieder, die ich / mit dem Knebel der Schwermut / im Munde / immer wieder / zu singen versuche …

An euch gekettet / und eure Bücher, / euer Gelächter / und eure Bräuche, / an denen ich zerre, / mich zerfleischend, / und die ich nicht / lassen kann – / wie mein Leben …

Das Erbe wiegt schwer. Sie nimmt es an, sie beschäftigt sich damit. Aber veröffentlichen kann sie Gedichte über den Holocaust in der Sowjetunion eher nicht. In Zeitschriften wie Freundschaft oder Rote Fahne, die nach 1956 wieder erlaubt waren publiziert sie andere Gedichte. Die Prosastücke erscheinen gesammelt und nicht auf Anthologien verteilt, erst in diesem Jahr, in dem Band „Das himmlische Kreuz“ auf Initiative der Herausgeberin Annelore Engel-Braunschmidt.

Noch ein Land, noch eine Sprache und ästhetisches Verständnis kommt in späteren Jahren hinzu: Japan und die Haikus. Irgendwann stößt Lia Frank in Tadschikistan zufällig auf eine deutsche Übersetzung japanischer Haikus und fängt an, sich selbst mit dieser Verform zu befassen. Sie wird aus der Ferne Mitglied der deutschen Haiku-Gesellschaft und widmet sich gemeinsam mit dem japanischen Germanisten Tsutomu Itoh der vollständigen Übersetzung von Gedichtbänden des frühverstorbenen Japaners Takuboku – aus dem Japanischen ins Deutsche.
Sie korrespondiert fast täglich mit dem Germanisten, um Kleinigkeiten zu verbessern. Und jeder, der den postalischen Weg in der Sowjetunion kennt und weiß wie umständlich es war, Briefe ins Ausland zu schicken oder von dort zu erhalten, kann erahnen, was das bedeutet. Auch für den Geheimdienst, der die Briefe aufmachen und nach feindlichen Botschaften untersuchen musste. Ob die Herren und Damen Beamten die Haikus auf Deutsch für irgendeinen besonders perfiden Code gehalten haben?

Als sie in Deutschland lebt, erscheint im Verlag Robert Buhrau ein Band mit ihren eigenen Haikus: „Die Kraniche ziehen“. Allerdings ist dieses Buch vergriffen und wird nicht mehr aufgelegt.
Hier eine kleine Auswahl an Haikus aus ihrer Feder:

Vorkriegsfotos –
ich unter so vielen
jungen Toten.

***

Traurig schaut meine
Stube mich an – nimmt Abschied –
Wieder ins Exil …


***

Nach Kürze suchend
fand ich endlich den Pfad –
drei Zeilen …

Schon 1989 reist Lia Frank auf Einladung der deutschen Haiku-Gesellschaft in den Westen, ein Jahr später siedelt nach Berlin über, wo sie mehr als zwei Jahrzehnte bis zu ihrem Tod verbringt. So schließt sich der Kreis. Denn in Grunewald ist sie in der Vorkriegszeit ja zur Schule gegangen. Hier stirbt sie 2012 mit 91 Jahren.

Am 18. November wäre diese eigenwillige und starke Persönlichkeit 100 geworden. Ihre Prosa und ihre Verse sind so formvollendet und berührend, dass sie auf keinen Fall in Vergessenheit geraten sollten.

***

Lia Frank
„Das Himmlische Kreuz“
Hrsg. Annelore Engel-Braunschmidt
ostbooks Verlag, Herford, 2021
ISBN 9783 947270 149
16,-

Hier finden sich noch zwei Haikus von Ishikawa Tabkuboku aus dem gemeinsam übersetzten Buch „Eine Handvoll Sand.“ Aus dem japanischen Text übersetzt von Lia Frank und Tsutomu Itoh:
https://lyrikzeitung.com/2020/11/28/butterblumen-und-gaensebluemchen/

Hier noch mal der Link zur Lesung vom 19.10.2021:
Das Himmlische Kreuz: Lia Frank. Eine Lesung mit Annelore Engel-Braunschmidt, Melitta L. Roth und Artur Rosenstern (im Rahmen der russlanddeutschen Kulturtage der LmdR NRW)
https://www.youtube.com/watch?v=U5ZDtAWO7zo

und als Abschluss noch ein Gedicht:

Mein Gesicht

Du hast mir keine
billigen Freunde
eingebracht
mein Gesicht,

denn du warst herb.
Streng warst du
und abweisend,
und ich danke Dir!
Es haben dir
weder Lippenstift
noch Puderquaste
geholfen,
mein Gesicht,
immer bliebst du mir treu,
und ich durfte bloß
mit dem Glanz der Vernunft
in den Augen rechnen,
und ich danke dir,
mein Gesicht,
ich danke Dir!
Doch hat man dich
nie übersehen,

mein Gesicht,
nicht das harte Nasenbein,
das gebogene, die strengen
Augen nicht, den schmalen
Mund, – nein, übersehen
hat man dich nie.
Und wenn es auch
bitter war,
mein Gesicht,
ich danke dir,
denn du hast mir
keine Freundschaften
unverdient eingebracht

und auch keine
Freunde umsonst,
du mein herbes,
für andere
fremdes Gesicht.

Ein poetischer Nachschlag – Johannes Nikkel

Die Reihe mit der März-Poesie ist nun um und ich kann nicht behaupten, alle berücksichtigt zu haben, es war zugegeben nicht gerecht, aber diesmal waren auch andere Leute und andere Aspekte als 2019 dabei: Konkrete Poesie und Videokunst zum Beispiel. Althergebrachtes und Neugeschöpftes. Dichterinnen und Dichter, die sonst auf keiner Agenda stehen, die nicht in den Auslagen der Schaufenster liegen, allseits gelesen, allseits sichtbar gemacht, das immerhin.

Eigentlich wollte ich in diesem Monat auch ein Odessa-Gedicht von Puschkin posten, mit dem Text: Mein Herz schlägt nicht für Putin, aber für Puschkin! Dann habe ichs sein lassen. Flachwitzgefahr. Vielleicht mache ich das im nächsten März, falls Putin dann noch an der Macht sein sollte.

Es wird immer so sein, dass einige Dichterinnen und Dichter nie eine breite Öffentlichkeit erreichen werden, unsichtbar bleiben, sich im Schatten des literarischen Betriebs tummeln. Ob es die Umstände sind, die dazu führen, dass die Verlage nicht auf sie aufmerksam werden, das fehlende Geschick, sich zu vermarkten oder reines Pech – wer weiß das schon. Es wird immer einige geben, die nicht in einer Reihe genannt werden mit Rilke, Achmatowa oder Emily Dickinson.

Und dennoch haben sie geschrieben. Und dennoch schreiben sie auch heute. Manche haben nie veröffentlicht, andere haben Bände in Kleinstauflage vorzuweisen.

Vor etwa einem Monat habe ich ein Buch vorgestellt (Teil I und Teil II), das vor 90 Jahren erschienen und bald darauf fast in Vergessenheit geraten ist. Unvorstellbar, aber es gibt auch noch Autoren, die noch nicht einmal in solchen Bänden auftauchen, weil sie keine gestandenen sowjetdeutschen Dichter der Zwischenkriegszeiten sind (soweit mir bekannt ist, gab es auch keine Frauen unter den Kolonisten, die bereits damals Werke veröffentlicht haben), weil sie nicht in das ideologische Korsett der damaligen Zeit passten. Kinder wohlhabender Leute oder religiöse Menschen. Oder einfach solche, die keine glühenden Kommunisten waren. So wie Georg Samuel Löbsack, Alexander Würz oder Johann Nikkel. Alle drei waren wohl zu wenig regime-konform.
Der Letztere, Nikkel, hat Zeitlebens nie etwas veröffentlicht. Er wurde in der falschen Zeit oder in der falschen Familie geboren, denn Nikkel stammt aus einer mennonitischen Predigerfamilie aus dem Molotschnagebiet am Asowschen Meer. Von ihm sind lediglich zwei Hefte erhalten geblieben, insgesamt knapp dreihundert Seiten in feiner Sütterlinschrift geschrieben und von 1919 bis 1930 säuberlicher geführt. Kein Avantgarde, eher auf konventionelle Art gut. Er schrieb als ganz junger Mann Liebeslyrik, Geburtstagswünsche, später auch Kritik an der Entkulakisierung oder an den wetterwenderischen Dichtern des Systems.

Zum Abend


1. Sei gegrüßt du Abendstern,
Wonne meines Lebens“!
Bis {sic} du gleich unendlich fern,
Leuchte nicht vergebens.

2. Strahle Hoffnung in das Herz,
Weil es schon verzagte.
Lind’re stille du den Schmerz,
Dem’s die Welt versagte.

3. Mit dem milden, sanften Schein,
Glitzerndem Gefunkel,
Leuchte du ins Herz hinein,
Meines Lebens Dunkel.

Die Nummerierung der Verse stammt vom Dichter selbst. Sie sind nichts Weltbewegendes, soweit ich es beurteilen kann, gut geschrieben, sauber gereimt, jedoch keine bahnbrechend neue Poesie oder etwas, das über alle Zeiten hinweg eine universelle Gültigkeit besessen hätte. Doch wer legt welche Maßstäbe an? Wer bestimmt, was den nagenden Zahn der Zeit überdauern oder überhaupt gedruckt werden soll? Nikkels Leben und Einstellung war einfach nicht opportun für die damalige Zeit. Und jetzt? Was geben uns seine Verse heute? Sie illustrieren seine Geschichte. Und die ist wirklich etwas Besonderes.

Anna Godde, Johannes Nikkel in der ersten Verbannung im Donbass

Johann Nikkel kommt 1902 in Gnadenfeld, einem Dorf in der Ukraine zur Welt kurz nachdem sein Vater, ein mennonitischer Prediger und Missionar, gerade nach einem schweren Schicksalsschlag aus Sumatra in seine Heimat zurückgekehrt ist. Johann erlebt die Revolution, den Bürgerkrieges (sein Bruder wird 1919 von der randalierenden Machno-Bande getötet), die Wirren der Neuen Zeit mit ihren Enteignungen, Verschleppungen und Umwälzungen.

Die Historikerin Marina Schmieder, die seine Hefte in den letzten zwei Monaten aus wissenschaftlicher Sicht untersucht hat, vermutet nicht zuletzt anhand seiner Ausdrucksweise, dass er eine gute Ausbildung genossen haben muss, vielleicht in Halberstadt. Er schrieb in deutscher Kurrentschrift (Sütterlin), kyrillischer und lateinischer Schrift und beherrschte die russische und deutsche Sprache gleichermaßen gut. Anhand eines Gedichtes von 1925 nimmt sie an, dass Johann Nikkel ebenfalls eine Predigerlaufbahn eingeschlagen hat, auf jeden Fall hat er früh geheiratet und Kinder bekommen. Rechtlos gemacht (religiös =antisowjetisch) wird die gesamte Großfamilie 1932 in den Donbass deportiert. Die Kladden nehmen sie mit.

[…]

Drum klage nicht mein Kind,
Schwer, schwer ist diese Zeit.
Noch stürmt ein böser Wind

doch nicht in Ewigkeit.

14.03.1929

Leider wird Nikkel nicht mehr erleben, wie der böse Sturm endet. 1944 stirbt er 41-jährig an Auszehrung und Skorbut in der sogenannten Arbeitsarmee. Seine Familie lebt, von ihm getrennt, im Akmolinsker Gebiet in Kasachstan.

Auch nach dem zweiten Durchlesen der Reime merke ich, es ist keine bahnbrechende Entdeckung. Aber dennoch ein Schatz von historischem Wert. Die Gedichte sind sicher nicht schlecht, religiös gefärbt. Auch wenn sie ihn mit keinem Wort in ihrem Band erwähnen, Nikkel kennt die anderen wohl, die sowjetdeutschen Dichter Schellenberg und G. Flut und kritisiert sie beide im besonderen und die gottlose, materialistisch ausgerichtete Zeit und den Kommunismus im allgemeinen. In dem Poem „Dem Geizigen gewidmet“ ruft Nikkel seine Mitmenschen in 27 kurzen Versen auf, das Materielle aufzugeben. Versucht er ihnen vielleicht so die Enteignungen während der Entkulakisierung etwas leichter zu machen? Oder ist es reine Satire?

Siehe nicht auf Erden
Reichtum – das ist hin
Was du hast, muss werden
Andren zum Gewinn.

[…]
Aber lern verlieren
Was du „Mein“ genannt
Knecht und Magd regieren
Heute unser Land

[…]
Lege deine Hände
Lasch in deinen Schoß
Und du wirst am Ende
Endlich – sorgenlos!

03.11.1929

Seine Dichterkollegen kriegen einiges ab, in „Dem Dichter unserer Tage“ schreibt Nikkel:

Horch Schellenberg! Wer ist dir zu verheißen (?)!
Steig hochempor du junger Narr und schelle
Vom hohen Berg in jede Jugendzelle
Dein proletarisches Poem! Es bleichen

Die Schatten alter Kunst; o Siegeszeichen!
[…]

Du armer Tropf! Die Nacht verscheucht der Reime Stürme
Vom goldnen Morgenrot träumt deine Kunst
Doch auch dein Licht ist lauter Nebeldunst.

Nacht bleibt es. Nacht für solche Erdenwürmer,
Schwing dich umsonst zum lichten Schellen-Berg
Du bleibst nur was du bist – ein Ellenzwerg!

5.1.1929

Autsch, das hätte gesessen. Leider hat es damals niemand zu Gesicht bekommen. Der andere Kollege, G.Flut (bürgerlich Georg Luft), zeichnet sich in dem Band sowjetdeutscher Dichtung durch einigen antireligiösen Gedichten der folgenden Art aus:

Der Noah war ein frommer Mann
und wohlerprobter Saufkumpan:
er soff sich oft von Sinnen;
drum liess ihn Gott in einen Kahn
auf weiter, breiter Wasserbahn
dem Untergang entrinnen.

Und als dann Noah wieder Land
und festen Grund und Boden fand,
da pflanzt er wieder Reben
mit seiner eignen frommen Hand
und war bis an des Lebens Rand
der Sauferei ergeben.

[…]

Noah ist bei Flut-Luft stets ein Säufer, liegt ja auch nahe: die Sintflut wird metaphorisch als eine Überflutung mit Alkohol betrachtet, warum auch nicht. In einem anderen Poem bietet Abraham seine Frau Sara dem Pharao als Geliebte an und der gierige König David führt Krieg um Gold und Frauen und hat einen Harem mit 700 „Metzen“. So will es die Zeit und die Ideologie. Religion ist nicht nur Verblendung, ihre Anhänger sind Heuchler und ganz ganz schlimme Mitgenossen. Und auch ihre Anhängerinnen: furchtbare Frömmlerinnen.

Dem hat unser tiefgläubiger Nikkel Folgendes zu entgegnen, an Flut gerichtet, dichtet er:

Dem Spötter

Sag mir, wer bist du Proletarier Sohn,
Du Menschenkind in düstrem Sündenkleide?
Du singst dein Weihnachtslied auf öder Heide

Von unserem Christuskind mit Spott und Hohn.

Verstumme du Geschöpf aus Erd und Ton!
Dein Lied in proletarischem Geschmeide
Führt auch die Jugend nur zu größrem Leide,
Raubt ihnen […] Gott und Religion.

Verstumme denn, der du voll
Beben (?)
Mit giftgem Maule schäumst Genosse Flut!
[…]

04.01.1929

Aber so ähnlich wie die Verse von Schellenberg und Flut von ihrer Ideologie geprägt sind, sind die von Nikkel voll von religiösem Eifer. Ich will ihn jetzt nicht beleidigen, aber ein Arthur Rimbeaud oder ein verkanntes Genie ist er nicht.

Der fast gleichaltrige Schellenberg überlebt Nikkel um 10 Jahre und lebt bis 1954 in Magadan, wohin es ihn „im Krieg verschlagen“ hatte. Georg Luft oder G. Flut stirbt vermutlich 1937 (oder bereits 1934?) ebenfalls kurz nach seiner „Übersiedlung“ in den Fernen Osten. Beide kamen in die Verbannung und die Arbeitsarmee. Ihre proletarische Herkunft und ihre sozialistischen Tiraden haben ihnen wenig genützt.

Durch die gesamte Sowjetzeit hindurch versteckt Nikkels Frau Anna Lodde die Hefte und verwahrt sie, obwohl sie ein gefährliches Gut darstellten, nicht nur da sie in der Sprache des Feindes geschrieben waren, sondern dazu noch religiöse und dem System kritisch gesinnte Momente enthielten. Anna blieb mit einer Tochter, die anderen drei Kinder starben sehr früh, bis zu ihrem Lebensende an ihrem letzten Verbannungsort in Kasachstan. Mitte der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts übergab sie die Hefte einem Neffen, Wilhelm Warkentin, der sie nach Deutschland brachte. Just in diesen Tagen wird Warkentins Tochter Sina die beiden Hefte an einen Onkel in Kanada schicken, der die Gedichte dort in Buchform bringen will.

Johann Nikkel, erstes Heft, Seiten 88 und 89

So werden die Natur- und Liebesgedichte, die Geburtstagsgrüße und Beschreibungen des Dorflebens und auch die kritischen und angriffslustigen Verse Nikkels an die 100 Jahre nach ihrer Niederschrift doch noch publiziert. Mit etwas Glück!

Was gibt es mir? Was gibt es uns? Nicht zuletzt eine Einsicht in eine außergewöhnliche, eine fast unglaubliche Lebensgeschichte, wie sie eigentlich nur in Büchern und Filmen vorkommen kann und zugleich die typische Geschichte eines mennonitischen Kolonisten in der Ukraine ist, der wenige Jahre vor der Revolution geboren wurde. Eine Geschichte und ein Wirken, das ohne einige unermüdliche und mutige Zeitgenossinnen im Schatten geblieben wäre.

Ich danke für diese Entdeckung Wendelin Mangold, der in einer Mail auf Nikkel aufmerksam gemacht hat, Marina Schmieder und Nina Paulsen, die mir freundlicherweise ihre Materialien inkl. Fotos der Originalmanuskripte zur Verfügung gestellt haben und nicht zuletzt Frau Annelore Engel, deren Übertragung einiger Gedichte in eine für mich lesbare Schrift mir Nikkels Dichtung überhaupt zugänglich gemacht hat.

Zum Abschluss noch einige Zeilen vom Dichter selbst:


Frühlingsscheiden (1923)

Wie doch die Jahre, die Tage entfliehen,
Enteilen dahin, wir merken es kaum;
Wo ist der Frühling, sein Sprossen, sein Blühen,
Ach, auch er ist dahin, wie ein Traum.

Sah doch noch kürzlich im Morgentauglanze,
Gärten u. Wälder u. Felder im Grün;
Pflückte mir duftige Blüten zum Kranze,
Sah noch so manches Blümlein erblüh’n.

Stieg doch die Lerche im Morgenrotsschimmer,
Trillernd hinauf, in der Lüfte Gebiet,
Klang doch so süß uns beim Sternengeflimmer
Abends so heimlich* der Nachtigall Lied. –

Doch es entweichet, ja alles entschwindet,

Hier auf Seite 88 hört auch das Gedicht plötzlich auf und auf der nächsten Seite fängt etwas Neues an, das vom Reim her nicht passt. Seite 89 kann also nicht die Fortsetzung von 88 sein; es fehlen Verse; die Seitenfolge stimmt offenbar nicht.


*[‚heimlich‘ = ‚heimelig?]


Tagesgedicht 20. März – Max Schatz

Wieder eine Nachdichtung von Max Schatz, dessen eigene Sonnette ich vor kurzem hier besprochen habe.
Diesmal ein Song von 1986 Die Kinder gehen fort von Michail Borsykin und der Gruppe Telewisor.

Die Kinder gehen fort


Eines schmutzigen Nachts, ohne sich zu verabschieden,
verlassen sie eure lächerlichen Häuser,
um für immer mit eurer absurden Welt zu brechen.
Ihr seid füreinander längst dahingeschieden,
nun wollen sie ganz unter sich sein wie Mäuse,
damit ist alles gesagt, niemand wird sich mehr rächen.

Und ein zufälliger Passant
geht schneller vorbei, jemand schließt
in Sorge die Fensterläden.
Jemand beurteilt arrogant
und flieht, und wer noch lebendig ist,
denkt ans Wichtigste im Leben.

Gesichter, ihre unschuldigen, hellen
Gesichter werden euer Befangen-
und Betrübt-Sein nicht erfahren.
Sie verlassen Richtung neue Heimat die reelle
Welt, um dort von Null anzufangen,
als gäbe es keine Vorfahren.

Die Kinder gehen fort, nein,
da ist kein Hauch von Revolution,
sie gehen einfach weg, um euch nicht zu stören.
Sie wollen nur spielen „Fortnite“,
lebt eure Leben zu Ende voll Maß und Ration,
sie werden nie zurückkehren.

Max Schatz

Hier der unverwechselbare 80ger-Jahre Elektrosound dazu:

Das Originallied Дети уходят „Die Kinder gehen fort“ bei einem Auftritt 1988

Tagesgedicht 18. März – Wendelin Mangold

Anti-Prosa

Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie
Sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie

Wendelin Mangold


aus

Wendelin Mangold
HYMNE AUF DEN MENSCHEN

Konkrete Poesie und Prosa

Edita Gelsen
ISBN 9783 9445965030

Tagesgedicht 17. März – Artur Rosenstern

Ausschnitt aus Lucas Cranach d.Ä, Adam und Eva, 1526


wer will die drecksarbeit machen?

wer will die drecksarbeit machen und
das fallobst vom baum der erkenntnis*
einsammeln wer soll es in gläser für den
politischen winter und die zeit danach einkochen?

scharfgeschliffene eloquenz steht zurzeit
hoch im kurs die schuldigen sind
längst ausgemacht und warten an der
haltestelle die sie sich selbst gemacht haben
auf die blankpolierten schwarzen raben**
hoffen zugleich dass die ewigen reiter
nicht geweckt werden

falls ihr später (die in der endzeit lebenden) fragen
solltet wie es dazu gekommen ist müsst ihr
wissen dass es in dieser in das gewissen-
beruhigende neonlicht getauchte halbzeit mit
ihren frühlingshaft blühenden landschaften in
der taiga latente scharfmacher gab
die vor selbstzufriedenheit strotzenden großspurig
fahrenden und einspurig denkenden strippenzieher

die spendable sonne bewahrte wie immer ihre
absolute neutralität und leckte freund und feind
mit ihren alles ans licht bringenden strahlen die
wunden aus der alles wissen wollende mond
bespitzelte uns auch bis in unsere liebesnester

 

Artur Rosenstern

aus dem Band:
Schlafende Hunde VI, Politische Lyrik, Hrs. Thomas Bachmann,
verlag am park, Berlin 2019
ISBN-9783947094394


*nach Marcus Neuert
**so nannte das Volk in Russland die Autos des NKWD

Tagesgedicht vom 16. März – Nora Pfeffer

Die Oma strickt, die Oma strickt,
gebraucht die Stricknadeln geschickt.
In ihrem Lehnstuhl vor dem Hause
da strickt sie gerne ohne Pause.
Und nebenan schnurrt voller Wonne
ein Kätzlein in der Abendsonne.


In ein Faß
fällt die Maus
Arme Maus,
kann nicht raus
Im dem Faß
ist es naß.
Denkt die Maus
„Was ist denn das?“

 

aus

Meister Hase ist Friseur,
Nora Pfeffer, Wladimir Beseljuk,
Alma-Ata, 1981

Kinderreime, Kinderverse, gemeinsam mit dem Illustrator Wladimir Beseljuk hat Nora Pfeffer 1981 in Kasachstan dieses Buch herausgebracht.
Leichtigkeit und fröhliche Gedichte für die Kleinsten. Nach einem solchen Leben voller Brüche und Leid. Auf diesen Widerspruch angesprochen sagte sie:
Fröhlichkeit ist keine Flucht vor der Traurigkeit, sondern ein Sieg über sie.“

Ich bin eher mit Nossow und Nesnaika aufgewachsen. Dem weisen nichtwissenden Knirps. Bücher auf Deutsch gab es bei uns, mein Vater hatte in Moskau einen Karton Orangen und ein oder zwei Kinderbücher aus der DDR ergattert und mir vorgelesen. Aber die Kinderbücher von Nora Pfeffer kannte ich nicht. Als dieses mit dem Hasen in Kasachstan erschien, waren wir längst in der BRD und ich las eher Bücher wie „Geheimnis um..“ von Enid Blyton.

Aber sie schrieb auch ernste Gedichte. Wer mag, kann eins über Abschiede hier lesen.

Tagesgedicht 15. März – Renate Wolf

Foto: M.L. Roth

Соль

Уеду к морю,
там где край света,
где нету горя
и счастья нету.
Грустить отрадно
под шум прибоя,
а слез не надо,
в них много соли…

Рената Вольф

***

Salz

Ich fahre ans Meer,
ans Weltenende,
wo das Leid aufhört
und auch das Glück.
Es trauert sich wohlig
im Lärm der Gestade
auch Tränen sind unnütz,
sind viel zu salzig…

Renate Wolf
(in der Übersetzung von M. Roth)

 

 

Tagesgedicht 14. März – Andreas Peters

MADONNA

Kapelle irgendwo im tiefen bayern an der
grenze zu österreich. salzburg. madonna
der straßen, das gebet eingerahmt an der
wand. porträts drunter: drüber: gefallen in
russland 1916/17. joseph, johannes. 1943.
paul, sepp. soldaten und gefreiter der ersten
kompanie. was haben sie verloren in den
untiefen russlands, im schlund des roten
drachen der bolschewiken? hatten sie ein
gefallen an dem land von puschkin, tolstoi,
elisabeth II? was haben sie da verloren außer
leben, vaterhaus, muttererde: für den kaiser &
den engel aus dem abaddon*? ich bin halbes
jahrhundert danach in deutschland gelandet,
in der nähe der madonna der straßen, was
hat mir gefallen in deutschland, dem land
von heinrich kleist & andreas gryphius? ich
frage mich: was habe ich hier verloren: die
heimat, die sprache, die vorfahren, die mir
die vorfahrt nahmen? was habe ich hier
gefunden als verlorener sohn? ja, ich lebe &
leibe, mal beseelt, mal entgeistert. werde ich
jemals vermisst? ich hätte die madonnina
fragen können, ich habe geschwiegen. sie
auch. nur das gebet an der wand bleibt – ein
gedicht oder das gedicht buchstabiert das gebet
& wird handgemalt von roberto ferruzzi für
die gefallenen: kinder der straßen & engeln.

Andreas Peters

(*abbadon = Apokalypse: Abgrund)

Nachdichtung des Tages – Okudschawa by Johann Warkentin

Bulat Okudschawa, Barde und Poet.

Der Hoffnung winziges Orchester

Wenn eine ferne, rätselhafte
Posaunenstimme jäh erwacht,
von heißen Lippen wortgeflüster
aufschießt, ein Habicht in der Nacht,
dann trommelt wie ein Regenschauer
den Menschen seine Melodie
der Hoffnung winziges Orchester,
von unsrer Liebe dirigiert.

In all den Kriegs- und Trennungsjahren,
als Splitterhagel uns derart
den Buckel gerbte, dass auf Erden
von nirgends Rettung sichtbar war,
und jeder Kommandeur stockheiser –
da hat die Menschen es geführt,
der Hoffnung winziges Orchester,
von unsrer Liebe dirigiert.

Zerbeult sind Pauke, Klarinette,
und abgewetzt ist das Fagott,
die Trommel platzt aus allen Nähten,
dafür der Fagonist – ein Gott!
Und wie charmant der Flötenspieler!
Und ewig an die Herzen rührt
der Hoffnung winziges Orchester,
von unsrer Liebe dirigiert.

Das  Original „Надежды маленький оркестрик“ von Bulat Okudschawa selbst gesungen:

Aus
Johann Warkentin,
Nachdichtungen – Höhepunkte der russischen Lyrik
BMV Robert Burau, 2000
ISBN 3-935000-00-6

Tagesgedicht vom 9. März – Agnes Gossen

Tsuchiya Koitsu (1870-1949), Mondnacht bei Enoshima

Erinnerungsmeer …
Schwimme zu anderen Ufern
jede Nacht wieder.

Agnes Gossen

 

aus Flügelschlag der Zeit, Agnes Gossen, BMV Verlag Robert Burau, 2018
ISBN 9783 94 7542031

Nacht und Tag

Literaturblog

Bücheratlas

Lesen und Reisen und noch dies und das

ancestors from katharinental

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