Jeden Tag ein Gedicht – 1. März

zwischen den zeilen

lasst mich verloren aussehen als jemand der
sich im netz der gefühle verfangen hat
als jemand der umwege gegangen ist auf
der suche nach gold wahrheit und nach
essenz als jemand der auf die klugen stimmen der
anderen nicht gehört hat als jemand der vor
einer zerbröselten tonschale sitzt vor fein
zermahlenen scherben seiner selbst und
klagend seine stimme gen himmel erhebt

warum ich
wieso nicht ein anderer…

worthülsen auf die gleich wie laut sie auf
den teils moosbewachsenen beton fallen
kein echo folgt geschweige denn eine
antwort vielleicht später bei guter
führung zwischen den zeilen

Artur Rosenstern


Bis zum 21.3.  möchte ich hier jeden Tag ein Gedicht posten. Bis zum 21., weil es der Tag der Poesie ist. Jeden Tag eine andere Stimmungsskizze von Poeten und Poetinnen aus den Reihen derjenigen, die beide Länder in sich tragen: Russland und Deutschland.


Dieses Gedicht stammt aus
‚Schmerz-Wort-Tropfen‘ von Artur Rosenstern, ostbooks Verlag, 2017,
ISBN 978-3-947270-00-2


Werbeanzeigen