Spruch der Woche – Chillen 1925

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© Modern Records Centre Warwick UK

 

Eine sowjetische Gartenkolonie Mitte der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Der Eingangsspruch lautet:
Wer nicht fähig ist zu entspannen, ist auch nicht fähig zu arbeiten.

Das ist doch eine Weisheit, die noch genau so ihre Gültigkeit besitzt wie noch vor 90 Jahren.
Man beachte das schöne A mit dem neckischen Dreieck als Querstrich. Das nenne ich Avantgarde!
Die Buchstaben dahinter: OMS=öffentliche Gärten Moskaus?
Also Datschen für das Proletariat, denn die höheren Mitglieder der kommunistischen Organe hatten wohl ganz andere Sommerhäuschen zur Verfügung.

Wie dem auch sei.

Der Mann rechts unten im Bild raucht sich erst mal eine, dann zieht er sich mit seiner Prawda gepflegt in eins der Holzhäuser zurück.

Gefunden habe ich dieses Foto übrigens in einem britischen Online-Archiv. In den Zwanziger Jahren hat ein linker Aktivist in England Vorträge über die bolschewistische Bewegung gehalten und beachtliches Bildmaterial dafür zusammengestellt:

http://www2.warwick.ac.uk/services/library/mrc/explorefurther/digital/sara/russia1925/

Garten als Integrationshilfe

Mein Dauerthema, dass über Aussiedler wenig berichtet wird und wenn, dann nichts Gutes, hat wieder einmal ein Konter erlebt.

Ganz entspannt im hier und Jetzt
Ganz entspannt im hier und Jetzt

Im September erschien auf chrismon.de ein sehr einfühlsamer Artikel über Spätaussiedler in Kippenheimweiler. Da geht es darum, dass der Obervorsteher des Dorfes, den Neubürgern Erde zum Beackern angeboten hat und diese in ihrer Schrebergartenarbeit aufgingen, mit Räucherhütte und Sommerbett und Kindergeburtstag. Natürlich kann man nicht alle Probleme mit einer Parzelle Land für Tomaten und Radieschen lösen. Aber es ist ein guter Ansatzpunkt, denn Pflanzen können gelegentlich Mauern überwuchern, auch die in unseren Köpfen:

https://chrismon.evangelisch.de/comment/22584

Sieh an: auch das Sonderheft des ZEIT-Verlags zum Thema Russland (ZEIT GESCHICHTE 3/15 Die Russen und wir) widmet ganze zwei Seiten von 114  den Russlanddeutschen (eine davon ein riesiges Foto) und sie werden sogar kurz in zwei weiteren Artikeln erwähnt.

Oha, es wird sich doch nicht etwas ändern?

 

 

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