Spruch der Woche – Wo kommst du denn her?

Gespräch im Flur einer Wohngemeinschaft, im Hintergrund Partymusik, Stimmen.

  • Wo kommst du denn her?

  • Sind deine Eltern geschieden?

  • Hä?

  • Naja, ich habe mir vorgenommen auf die Frage Wo-kommst-du-denn-her jedes Mal mit der Frage zu antworten, sind deine Eltern geschieden. Also, bist du ein Scheidungskind?

  • Was soll das? Ich habe dich doch nicht angreifen wollen. Was bist du empfindlich.

  • Ich bins nur leid. Oder hast du jemals ein gutes Gespräch erlebt, das mit dieser Frage eröffnet wird?

  • Aber sie ist doch ganz harmlos, ich habe doch nur…

  • …eine Schublade geöffnet, mich hineingesteckt, die Schublade wieder zugemacht. Hast nur meinen Akzent gehört und wolltest zementieren, dass wir nicht die gleiche Luft atmen.

  • Aber ich war wirklich neugierig.

  • Wirklich? Und wenn ich keine Lust habe mit jedem Hinz und Kunz über meine Herkunft zu sprechen? Bestimmt gehörst du zu denjenigen, die eine große Person fragen: Sag mal, hast du nicht Probleme damit ein Bett zu finden, das groß genug ist? Und die sich dabei besonders originell vorkommen.

  • Ach, weißt du was, du hast einfach keinen Bock, dich mit mir zu unterhalten. Ich geh mal Richtung Küche.

  • Und Tschüss.

Halbe Stunde später:

  • Wo kommst du denn her?

  • Sind deine Eltern zufällig geschieden?

  • Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

  • Beides Fragen, die zur Eröffnung eines Gesprächs scheiße sind.

  • Alter, du bist ja ganz schön spaßbefreit.

  • Und Tschüss.

 

Halbe Stunde später:

  • Wo kommst du denn her?

  • Sind deine Eltern zufällig geschieden?

  • Woher weißt du das? Kennen wir uns?

  • Nein. Noch kennen wir uns nicht.

  • Hast du es mir angesehen oder was?

  • Hast du es mir angehört, dass ich nicht von hier komme, oder was?

  • Ja, schon. Irgendwie. Bist du denn deutsch?

  • Sehe ich so aus?

  • Nun, du siehst eher so südosteuropäisch aus. Mit den dunklen Haaren und so.

  • Und du fragst alle Dunkelhaarigen aus welcher Ecke Südosteuropas sie kommen, ja?

  • Äh, weißt du was, das ist mir jetzt zu bunt.

  • Und Tschüss

Halbe Stunde später:

  • Wo kommst du eigentlich her?

  • Aus Altona.

  • Nein, ich mein, wo kommst du ursprünglich her? Oder deine Eltern.

  • Und du?

  • Ich bin von hier. Ich wollte dich jetzt nicht beleidigen oder so. Ich war einfach neugierig. Und? Wo kommst du denn nun her?

  • Sind deine Eltern geschieden?

  • Dann eben nicht.

  • Und Tschüss.

Halbe Stunde später:

  • Und du, wo kommst du denn her? Irgendwo aus dem Osten, stimmts? Polen? Russland? Ich hab ein Ohr für sowas.

  • Sind deine Eltern eigentlich geschieden? Ich hab ein Auge für sowas.

  • Hey, nicht gleich beleidigt sein. Ich wollt nur freundlich sein, das ist alles.

  • Dann sag doch, deine Bluse gefällt mir, oder so.

  • Damit du gleich konterst, ich sei sexistisch? Ich bin doch nicht blöd.

  • Da hast du recht. Das geht nicht. Kennst du keine besseren Fragen? Woher kennst du Paul?  Wäre doch eine Option.

  • Und woher kennst du Paul?

  • Wir haben uns beim Studium kennengelernt. Slawistik.

  • Siehst du, wusst ichs doch. Irgendwas mit Polen oder Russland. Du kommst doch von da, oder?

  • Schönes Hemd!

  • Häh?

  • Und Tschüss.

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Autor: Scherbensammlerin

Zwei Länder - verschiedene Identitäten - viele Sichtweisen. Ich sammle Informationsscherben über die Vergangenheit und Gegenwart und füge sie zu einem Mosaik aus Worten und Bildern.

19 Kommentare zu „Spruch der Woche – Wo kommst du denn her?“

  1. Also, verzeih mir, aber ich kann nicht nachempfinden wieso es gar so schrecklich ist, wenn man gefragt wird, woher man kommt. Ich meine, ich versteh schon, dass es einem auf die Nerven geht, immer dasselbe gefragt zu werden, aber das passiert doch jedem mit einem ungewöhnlichen Namen irgendetwas ungewöhlichem im Aussehen etc…. Das liegt nicht an der Bosheit der Leute sondern daran, dass die Frage halt bei fantasielosen oder vielleicht etwas schüchternen Menschen hoch im Kurs steht.
    Wenn jemand zB einen Akzent hat, der ihn/sie als native speaker einer anderen Sprache als deutsch ausweist, so ist das doch keine Beleidigung sich darauf zu beziehen. Weiß denn der/die Betreffende nicht selbst, dass er/sie diesen Akzent hat? Ist es ihm/ihr peinlich zB einen englischen Akzent zu haben? Woher soll der Frager/die Fragerin wissen, dass die betreffende Person nicht zu ihrer Identität steht, dass sie es peinlich findet, einen englischen Akzent zu haben?
    Ich bin eh dafür, Menschen so zu behandeln, wie sie behandelt werden möchten, ich kann es nur nicht verstehen und ich finde es eigentlich aus einem anderen Blickwinkel fast beleidigend, wenn man so tut als ob XY keinen zB italienischen Akzent hat. Ist es denn peinlich, ehrenrührig oder gar verboten einen italienischen Akzent zu haben?

  2. Liebe Myriade, es ist die Menge und die Art der Absicht, die bewirkt, dass viele einfach die Schotten dicht machen und sich auf das Gespräch nicht mehr einlassen wollen. In den Szenen, die ich beschrieben habe, war es vielleicht einfach nur etwas nervig. Aber viele, die nicht einen schicken englischen oder französischen Akzent haben erleben diese Fragerei als abfällig. Leute wie du sind es oft nicht. Aber ich kann verstehen, dass so manchen die Geduldsschnur reißt. Und es betrifft nicht nur Deutsche aus Russland, Leute mit dunkler Haut, die hier geboren und aufgewachsen sind, die einen deutschen Pass haben, können davon ein Lied singen. Die nächste Frage ist oft: Wo haben Sie so gut deutsche gelernt…

  3. Ja, ich verstehe sehr gut, dass solche Situationen extrem nerven, aber ich denke, dass die abfällige Intention oft auch nur in den Köpfen der Befragten zu finden ist. Aber ich kenne natürlich die Lage in Deutschland nicht ….

  4. Über so etwas kann man nachdenken?? Interessant!

    Ich antworte auf die Frage:“Wo kommst Du denn her?“ meist mit: “Hab gerade Freigang!“……. ergibt entweder spannende Gesichtsentgleisungen oder coole Gespräche.

  5. Ich werde ebenfalls immer gefragt, woher ich komme (Deutsche, seit 40 Jahren in Griechenland lebend, mit griechischen Pass, griechischem Namen, griechischer Rente …). Das ist unausweichlich und nicht immer angenehm, denn als nächstes soll ich zur deutschen Politik Stellung beziehen oder mir erklären lassen, wieviele andere Deutsche der oder die Betrffende kennt und welche Tugenden eine deutsche Frau hat (gute Hausfrau). Das ist die harmlose Variante. Man muss sich damit abfinden. Es ist auch eine Möglichkeit, den Frager freundlich aufzuklären. Ich zB sage gern: leider bin ich keine gute Hausfrau, oder: ich lebe schon länger hier als du, oder, wenn er/sie mich auf englisch fragt: leider versteh ich Englisch nicht so gut. Gehts auch auf Griechisch? Usw. Es ist albern, wegen solcher Fragen beleidigt zu sein, auch wenn es tatsächlich lästig ist.

  6. …albern ist es. Ja, wohl wahr. Ich denke es ist ein Unterschied, denn es gibt Fremde erster Güte bis unterster Klasse. Und es gibt Leute, die sehr genau unterscheiden. Und mit einer „guten Hausfrau“ assoziiert zu werden, wäre mir auch lästig. Aber mit einem ’saufenden Brutalo‘ vielleicht ein wenig mehr. Wobei mir so etwas eher weniger passiert. Insofern: fiktive Prosa. Aber basierend auf wahren Geschichten.

  7. Ich habe ja nur die harmlose Variante erwähnt. Es gibt andere. Ich habe früher gern angegeben, aus Polen, Dänemark, Russland oder Holland zu kommen – Länder, aus denen ich „fast“ stamme. Ich fand es unerträglich schwer, Deutsche zu sein, und habe mich erst spät dazu „bekannt“ – nicht nur, weil hier so viele Verbrechen von Deutschen begangen wurden, sondern auch, weil manchmal Beifall von einer Seite kommt, die mir verhasst ist. Aber nun ist es einmal so: ich bin Deutsche, und das ist wahrhaftig kein Ehrentitel.

  8. Das kenne ich aus Urlaubsländern wie Spanien, dass so knorrige freundliche Männlein gegenüber im Bus plötzlich die deutsche Effektivität loben und Adolf Hitler verehren. Gruselig. Ich kann dich da sehr gut verstehen. Auch das sind so die Nebenwirkungen der Herkunft, nur dass da keine Apotheke oder kein Arzt dir etwas gegen verschreiben kann.

  9. Ich freu mich gar nicht, wieder zurück zu kommen nach Deutschland, wenn ich so was lese. Die saubere Luft, das Trinkwasser aus der Leitung, die Rechtssicherheit, die Lebensmittelsicherheit, die wenigen Unfalltoten, die kostenlose Schulbildung, freie Wahlen, freie Presse, freie Meinungsäußerung – aber fragen, woher jemand kommt, der anders aussieht als die meisten und anders spricht, das darf ich nicht, weil derjenige sich unwohl fühlen könnte? Verstehe ich das richtig? Da kann ich ja froh sein, dass ich ungleich robusterer Natur zu sein scheine. Hier in China wäre ich die letzten drei Jahre nämlich unter die Räder gekommen sonst. Stark übergewichtig, wie ich bin, haben mich die derartige Ausmaße ungewohnten Chinesen mannigfach auf offener Straße ausgelacht. Angelacht, belacht… Zurücklachen, mitlachen, miteinander lachen, und gut is’. Alles andere geht an den wirklichen Problemen dieser Welt doch vorbei. Wenn wir ehrlich sind.

  10. Richtig. Wer kein Trinkwasser hat, kann über solche Dinge nur lachen. Aber der Blog ist auch keine Lösung für Weltprobleme, sondern befasst sich mit genau solchen Befindlichkeiten. Und die Schieflagen in dieser Welt haben vielleicht nicht mit so popeligen Fragen zu tun, aber doch mit der Arroganz gewisser Kulturen anderen Kulturen gegenüber. Kostenlose Schulbildung ist schon dufte, da hast du recht.

  11. Die Fragen, mit denen sich der Blog befasst, finde ich nicht popelig. Ich lerne viel. Auch aus deiner Antwort: Es tut mir leid, wenn ich dir zu nahe getreten bin mit meinem Kommentar, das war nicht meine Absicht.

    Ich habe die Frage ernst gemeint – mich würde wirklich interessieren, ob ich, wenn ich dir begegnet wäre, nicht hätte fragen sollen, was mich interessiert (nämlich woher du kommst), sondern lieber gar nichts. Ich hätte dich auch auf dem Fest nicht kränken wollen. Und ich denke wirklich, dass es besser ist, eine dicke Haut zu haben im Umgang mit anderen Menschen, insbesondere in anderen, fremden Kulturen. Menschen wissen oft nicht genug – Ignoranz ist weit verbreiteter als Arroganz.

    Es wäre nett, wenn du meinen Kommentar rausnehmen würdest. Ich habe wohl die falschen Worte gewählt. Entschuldige bitte.

  12. Liebe Ricarda, ich finde es gut, wenn wir uns genau über solche Dinge schreiben. Und ich bin nur bissig, nicht beleidigt. Wenn wirkliches Interesse da ist und wenn sich das Gespräch natürlich in die Richtung Herkunft entwickelt hat sicher niemand was dagegen. Ich glaube das wird schon deutlich. Ich fand es eher spannend, wie du auf diesen Text reagiert hast. Wenn du magst, nehm ich ihn aber raus. Ni Hao nach Fernost!

  13. Liebe Scherbensammlerin – bissig mag ich, und dich nicht gekränkt zu haben – gut. So lasse meinen Kommentar bitte gern drin. Auf bald, werde weiter von dir lesen.

  14. Ich habe Bewerbungstraining gemacht und genau DIESE Problematik fiel mir eines Tages schwer auf die Füße. Ich war der Meinung, daß es Sinn machen würde, in einem Bewerbungsgespräch zunächst einmal die größten Fragen, die im Raum stehen, aus dem Weg zu räumen. Sie stehen ja wie ein Elefant im Raum, wenn jemand – zum Beispiel – asiatisch aussieht oder wenn jemand – wie ich es tatsächlich hatte – mit russischem Akzent spricht. Oder wenn – auch bei akzentfreiem Deutsch – ein russischer Ort als Geburtsort im Lebenslauf steht. Aber dann plötzlich die standhafte Weigerung geborener Russinnen, im Bewerbungsgespräch über ihre Herkunft sprechen zu wollen. Und ich selbst stand plötzlich geradezu wie ein unmoralischer Mensch da, weil ich doch etwas hartnäckiger diese Weigerung hinterfragte und infrage stellte. Puh! Da kommen ja Emotionen hoch. Dann würden sie nur mit Russen und Wodka in Verbindung gebracht werden. Mich trieb diese Einstellung ziemlich um. Wenn ich an Rußland denke, denke ich nicht an Wodka, sondern an Dostojewski, an Tschaikowksi, an Rilkes Rußland-Reise, an so viel.
    Was für einen Bohai tun wir uns derzeit an, daß wir es nicht mehr schaffen, fremde Ethnien vornehmlich mit positiven Erinnerungen zu verknüpfen? Außerdem: Was für einen Bohai tun wir uns an, wenn Russinnen nicht mehr stolz sind auf ihre Kultur, auf ihre Herkunft? Auch Angehörige asiatischer Völker. Dabei dachte ich immer, die einzigen, die nicht auf ihre Herkunft stolz sind, wären Deutsche. Irre Welt.
    Wenn ich es mir recht überlege: Wie war es im 19. Jahrhundert? Kein aufrechter stolzer Pole, Tscheche, Russe hätte doch seine Herkunft verleugnet. Und im kulturbewußten Bürgertum hätten doch Menschen mit einigermaßen Kulturbewußtsein zu trennen gewußt zwischen nationalem Klischee (Schublade) und dem individuellen Menschen, der vor einem steht – ?
    Rußland-Deutsche und nicht stolz auf die eigene Herkunft? Nicht stolz auf die eigenen Eltern, Großeltern, nicht voller Anteilnahme für die Erinnerungen, die man als Angehöriger dieser Volksgruppe hat? Und sich nicht in der Verantwortung sehend, die Erinnerungen dieser Volksgruppe zu vertreten?
    Herkunft prägt den Menschen. Und wir Menschen sind evolutionsbiologisch darauf ausgerichtet, Menschen auf Herkunft zu „prüfen“. Es ist dies eine tief in uns sitzende Frage. Wenn wir diese Frage tabuisieren: ich glaube, wir gehen nicht mehr ehrlich mit den uns nahe liegendsten Fragen um. Was für Eiertänze von Nichtkommunikation wollen wir denn dabei führen?
    Richard Dawkins berichtet von einer Konferenz von Wissenschaftlern, die alle weiße Hautfarbe hatten, unter denen es aber einen Wissenschaftler schwarzer Hautfarbe gab. In der Vorstellungsrunde stellte sich der Wissenschaftler schwarzer Hautfarbe mit den Worten vor (sinngemäß): „Wenn Sie vergessen sollten, wer ich bin – ich bin derjenige mit der roten Krawatte.“
    Einmal anders herum gefragt: Warum soll ich Interesse an Kommunikation mit Menschen haben wollen, die sich nicht dafür interessieren, welcher Herkunft ich bin? Ich BIN meine Herkunft. Wenn sich Menschen persönlicher kennen lernen, was tun sie? Sie erzählen sich gegenseitig ihr Leben. Ich bin mein Leben, ich bin meine Herkunft. Nichts anderes ist kennen lernen überhaupt.
    Wer meine Individualität auf meine Nationalität reduziert, hat nichts kapiert und mein Interesse an einem Austausch mit ihm wird nicht gerade besonders hoch sein.

  15. Du scheinst eine große Ausnahme zu sein. Genau diese Erfahrung haben viele Deutsche aus Russland gemacht, auf ihre Herkunft reduziert zu werden. Das macht die Leute scheu und lässt sie stocken. Aber ich denke, wenn jemand wirkliches Interesse an dir als Mensch hat, spürst du es. Es kommt einfach auf die Umstände an. aber deine Erfahrungen mit in Russland geborenen deutschstämmigen Frauen kann ich total nachvollziehen. Klingt authentisch. Ich wäre aber nicht so schnell, sie zu verurteilen. Der Umgang mit der Herkunft und Identität ist ein Prozess. Und das Herauswinden und Leugnen ist ein Teil davon. Besonders in einer Umgebung, die zwischen Ausländern erster, dritter und letzter Klasse unterscheidet…

  16. Super Beitrag!!!! Ich kann mir das so richtig vorstellen. Und nach meiner persönlichen Erfahrung ist das nicht überall auf der Welt so: ich lebe seit 14 Jahren als Deutsche in Polen und noch nie hat jemand ein Gespräch mit der Frage nach meiner Herkunft eröffnet, nachdem ich mich durch meinen Akzent als Nicht-Polin zu erkennen gegeben habe. Das kommt vielleicht irgendwann später, wenn man länger miteinander redet, aber dann immer sehr dezent und höflich, nie so direkt, und wenn die Antwort nicht den Erwartungen entspricht, wird nicht nachgebohrt. Ganz sicher registrieren wohl überall auf der Welt (oder zumindest in Europa) die Menschen, wenn einer etwas anders spricht oder anders aussieht, aber man geht damit ganz unterschiedlich um. Vielleicht ein Trost: in Deutschland fragt man tatsächlich sehr früh und sehr direkt nach der Herkunft, aber nicht nur Leute, die man als Nicht-Deutsche einstuft. Ich hatte mit dieser Frage schon als Studentin in Hamburg Probleme, da ich meine Kindheit an verschiedenen Orten in Deutschland verlebt habe und keinen als meine „eigentliche Herkunft“ ansehe. Ich habe eine Zeitlang versucht, auf die Frage „Wo kommst du her?“ mit „Ich bin da“ zu antworten.

    Jetzt habe ich die anderen Kommentare gelesen, und die haben eine Ahnung bestätigt: den Menschen, die diese Frage stellen (vor allem, bevor sie den Befragten überhaupt ein bisschen kennengelernt haben), wissen überhaupt nicht, warum sie verletztend sein kann. Es muss nicht darum gehn, in eine bestimmte Klasse (Deutsche, Russin, Einwanderer) gesteckt zu werden, sondern einfach darum, in die Klasse der Nicht-Ganz-Dazugehörigen.

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