funky Tundra

… and now for something completely different.
Diese Jungs rocken mit einer Parodie auf einen Bruno Mars Song den Polarkreis. Hot! Am besten finde ich die Stelle, wo sich der Sänger die Stiefel kämmen lässt.

ХОТУ УОЛАТТАРА (Chotu Yolttara) heißt der eisige Song und ist, soweit ich es richtig verstanden habe, die eigene Bezeichnung für das indogene sibirische Volk, das die Russen Tschuwaschen nennen.

Hier das New Yorker Original zum Vergleich:

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#Luenen.Nur.Ein.Einzelfall.

 

Am Morgen danach kommt die Meldung gleich an zweiter Stelle in den Nachrichten. Nach dem Bericht über den Einmarsch von Erdogans Truppen in kurdische Gebiete in Syrien. Mit Leopard-Panzern aus deutscher Produktion übrigens.

Lünen. Wo sonst über Kabul, Berlin und Los Angeles berichtet wird.

Es heißt: an einer Gesamtschule in Lünen habe ein Jugendlicher einen anderen erstochen. Der 15-jährige Angreifer galt als aggressiv und „unbeschulbar“. Er war mit seiner Mutter an die Käthe-Kollwitz-Schule gekommen, um in einem Gespräch mit der Sozialarbeiterin zu klären, ob er dort wieder aufgenommen wird. Vor etwa einem Jahr musste er diese Schule verlassen.

Käthe Kollwitz, Zwei miteinander ringende Männer, 1892

Ein ehemaliger Schüler ersticht seinen Mitschüler. Warum hatte er überhaupt ein Messer bei sich? Und. Was ist das für ein seltsamer Grund, der in allen Medien kollportiert wird, der andere hätte seine Mutter mehrfach provokant angesehen? Alles ist höchst undurchsichtig. Das Geschehen ist noch nicht richtig kriminalistisch untersucht worden, doch schon tauchen die ersten Meinungen und Urteile auf.


Dabei handelt es sich um einen tragischen Vorfall, der für alle Betroffenen höchst dramatisch ist. Die Schüler und Schülerinnen, das Lehrpersonal und die Eltern werden seelsorgerisch betreut. Nicht auszudenken, wie sich die Eltern des Jungen fühlen müssen, der am Dienastag morgen zur Schule ging und nie mehr wiederkommen wird.

Doch statt Mitgefühl zu zeigen, wird in sozialen Medien über die Nationalität des Täters spekuliert. Ein rechtspopulistisches Online-Magazin titelt: „15-jähriger Kasache tötet Leon (14) auf Schulflur“. Es ist nämlich so, dass der Täter zwar in Lünen geboren wurde, aber eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzt. Seine Eltern sind aller Wahrscheinlichkeit nach Spätaussiedler und haben in Kasachstan gelebt. Dass die Familie des getöteten Jungen ebenfalls aus Kasachstan stammt, wurde in einigen Medien zunächst abgegeben, doch anschließend wieder entfernt. Vermutlich stimmt es auch gar nicht. Und irgendwie spielt es doch auch keine Rolle. Sollte es zumindest nicht. Oder?

Besorgte Bürger ereifern sich voll Schadenfreude, dass die Tat an einer „Schule ohne Rassismus“ verübt wurde, die einen offenen und freundlichen Umgang miteinander fördert, egal woher die Schüler*innen kommen. Und nun das: Ein Kasache sticht dort einen Deutschen ab.

Ihre Rechnung ist simpel: kasachischer Pass=Kasache=Moslem. Und auch gleich Messer. Gleich Gewalt. Gleich Merkel ist schuld.

Die rechtsgerichtete Presse schreibt in dem oben erwähnten Artikel, dass in Kasachstan 70% der Einwohner Suniten seien. Das stiftet Verwirrung. Ist der Täter ein Moslem?

Da er aber kein Moslem ist, werden nun andere Vorurteile aus der Mottenkiste gezogen. Aussiedler. Da war doch was?

Unintegrierbar. Parallelgesellschaft. Gewaltbereit (das bleibt also gleich, puh, gott sei Dank!). Schaut nur russisches Fernsehen mit Putins Fakenews. Und auch der vielzitierte Schäferhund im Stammbaum wird wieder hervorgekramt. Wie war das, haben die nicht damals bei der Einreise horrende viel Kohle bekommen?

Frau Zielisch ist übrigens Abgeordnete der AfD

Plötzlich geht es wieder um eine fremde Kultur. Wir gegen die. Dabei wollen die Aussiedler doch so gerne zum „wir“ werden. Dazugehören. Als Gleiche unter Gleichen.

Eine Situation wie in Kandel? Nein, nicht ganz. Als es klar wird, dass der Junge ein Aussiedler war, schweigen die Rechtspopulisten dann doch. Zumindest die offiziellen Stellen. Sie wollen die neugewonnen Wählerstimmen nicht wieder verlieren. Es wird keinen Trauermarsch geben.

Davon, wie sich die anderen AfD-Sympathisanten über das Kasachische und die Unkultur der Russen förmlich das Maul zerreißen, merkt man auf den Seiten von „Russlanddeutschen für die AfD“ herzlich wenig.
Sie ignorieren einfach die offen rassistischen Kommentare. Nach Tagen posten sie lediglich die Todesanzeige des Opfers. Mit Beileidsbekundungen darunter.

Wäre nicht spätestens jetzt der Moment, um innezuhalten? Um sich zu fragen, ob diese rechtspopulistische Partei wirklich eine gute Alternative für unsere Minderheit wäre? Denn wenns hart auf hart kommt, sind wir dann doch nicht die nützlichen, gut integrierten und wertebewussten Mitbürger, sondern werden schnell zu Iwans, Kasachen und Fremden, die mal einen deutschen Schäferhund hatten und zu Gewalt neigen, wenn unsere Ehre angekratzt wird.

Wäre nicht spätestens jetzt der Zeitpunkt zu merken, dass uns diese Herren und Damen Superdoitschen nicht für ihre Brüder und schon gar nicht für ihre Schwestern im Geiste halten?

Ich fürchte, das wird nicht geschehen. Die Suche nach Anerkennung, danach endlich anzukommen und aufgenommen  zu werden, scheint größer zu sein und wird sicher auch dieser Ent-Täuschung standhalten.

#Luenen wird irgendwann zu den anderen schrecklichen Nachrichten gereiht und abgehakt.

Schon nach dwei Tagen ist dieser Vorfall aus den Medien verschwunden. Dann kommen die Meldungen wieder aus Kabul, Berlin und Los Angeles. Jetzt bleiben die Familien mit dem Schock und der Trauer allein. Und werden merken, was ein einzelner Vorfall im Leben anrichten kann.


***

Einige der Kommentare aus Facebook, nur für diejenigen, die sie sich antun wollen:

Man liest bald nichts mehr anderers. Da ein gest0chere, da ein gest0chere, gehört bei deren Kultur scheinbar zu den Utensilien, die man täglich einstecken hat, wie unsereins ein Taschentuch oder einen Schlüssel.

– Sollte der Verdächtige ein Russlanddeutscher sein, dann möchte ich darauf hinweisen, dass er in einem kulturellen Umfeld in Kasachstan sozialisiert wurde, das keinesfalls „russlanddeutsch“ ist.

– Ja aber das ist unser neues Land… “ Ein land in dem wir gerne und gut leben “ Danke an unsere Eliten

– Seltsam aber die afd hat sich dazu noch nicht geäußert.abgesehen davon, mein Beileid an die Familie

– Die müssen erst mal schauen, ob der Kasache nicht zufällig auch Russlanddeutscher war.

– Ich weiß. Aber die sind ja der Meinung, dass mindestens die Eltern auch Deutsch sein müssen, damit die Nachkommen den deutschen Pass haben dürfen. Blutquatsch.

– Die AFD ist sowieso komisch. Zum Mordfall Marcel H. haben die sich, glaube ich, gar nicht geäußert. Und bei dem vergeigten Bombenanschlag auf dem Bus des BVB kam, glaube ich auch nichts mejr, als heraus kam, dass der Täter ein Russe, Deutschlandrusse o.ä. war.

– Soweit das aus den Medienberichten zu entnehmen ist, dürfte der Junge Russlanddeutscher sein – und die sind der AfD häufig nicht ganz abgeneigt… Dementsprechend werden die einen Teufel tun und sich dazu äußern.

– Der Täter war Nationalität Mensch. Das sollte für alles weitere reichen.

 

Macht und Wort – Mitten im Sturm

Haben Worte, hat Poesie die Macht das Leben zu beeinflussen?

„Mitten im Sturm“ ist ein Film von 2009, nach den Memoiren der Dichterin und Literaturprofessorin Evgenia Ginsburg entstanden, die in der Zeit stalinistischen Terrors aus nichtigen Gründen verhaftet, in einem 7 Minuten Prozess zu 10 Jahren verurteilt und in einen Gulag verfrachtet worden war. Ohne Kontakt zu ihrer Familie. Bis auf den Brief, der ihr mitteilt, dass ihr ältester Sohn in der Leningrader Blockade verhungert ist.

Sie überlebt. Ständig kreisen Gedichte und Ausschnitte aus Büchern in ihrem Kopf. Auch für ihre Mitgefangenen rezitiert sie Verse und ganze Passagen klassischer Literatur in den trostlosen Baracken des Gulags. Ein Gedicht taucht immer wieder auf in diesem Film. Es ist „Man gab mir einen Körper“ von Ossip Mandelsam.


Zerlumpte Gestalten in einer
grauweißen Landschaft. Bisher habe ich darüber bloß gelesen oder Erzählungen gehört. Meine Großmutter, die Großtanten und andere Frauen der Sondersiedlungen wurden Sommers wie Winters in den Wald getrieben, um Holz zu fällen. Dieser Film gibt mir die Bilder dazu, mit Ton und in Farbe. Und er ist kaum auszuhalten für mich.

Russlanddeutsche Gefangene im Wald, Collage von Nikolaus Rode

Absurd finde ich den marketingtechnischen Zusatz auf dem DVD-Cover: Für alle Fans von Schindlers Liste, Das Leben ist schön, Der Pianist und Sophie Scholl.
Danke ergebenst. Werber! Besser wäre eine Warnung gewesen, wie auf den Zigarettenschachteln: Dieser Film könnte ihre posttraumatischen Erinnerungen ersten und zweiten Grades wieder hervorrufen.

Oder: Nur in Gesellschaft und mit einigermaßen stabiler seelischer Konstitution konsumieren. Machen Sie Pausen.

Oder: Lassen Sie es sein. Überlassen Sie die Auseinandersetzung mit diesem Thema der nächsten Generation. Wenn es nicht anders geht, halten Sie Taschentücher in Reichweite.

Ich habe Pausen gemacht und ich habe ihn bis zum Ende gesehen. Die Taschentücher habe ich vergessen.

Irgendein Feuilleton warf dem Film vor, für ein Melodram zu wenig emotional zu sein:
Für eine erkenntnisreiche, differenzierte Betrachtung von Geschichte ist der Film damit ebensowenig geeignet, wie er zum veritablen Melodram taugt. Dafür fehlt ihm schlicht die Emotionalität, was angesichts der geschilderten Schicksale schon eine erstaunliche Fehlleistung ist.

Es ist wahr, der Eindruck, der entsteht ist verhalten, kühl und vorsichtig. Ohne diese ruhige und distanzierte Betrachtungsweise hätte ich mir den Film überhaupt nicht ansehen können, ohne mich winden zu müssen, ohne dass sich mein Inneres so zusammenzieht, dass ich aus dem Raum fliehen muss.

Außerdem, was erwarten die? Was sollen die Leute im Lager machen? Ständig ausflippen, in Tränen ausbrechen, hysterisch lachen? Sie spalten ihre Gefühle ab, um in dieser unmenschlichen Umgebung überleben zu können. Emotionen müssen Pause machen, weil die Kraft nur zum reinen Lebenserhalt reicht. Ich möchte mal sehen, wie die Dame, die den Film zu kühl findet, es schafft im Lager sensibel und offenporig zu bleiben. Das Erlebte ist zu groß für Gefühle. Zu Schrecklich.

Umgekehrt. Die verhaltene Distanziertheit ist die Stärke des Films. Das leichte Zurücktreten und Betrachten. Dabei tut es dem Stoff gut, dass eine europäische Crew ihn bearbeitet hat. Eine Niederländerin als Regisseurin, eine Engländerin als Genia Ginsburg, deutsche und polnische Schauspieler*innen in weiteren Hauptrollen und den Nebenrollen.

Das schafft eine wohltuende Distanz.

Und vor allem tut es der Geschichte gut, dass sie von einer Frau inszeniert wurde. Aus der Sicht einer Frau. Wenn ich mir nur den Trailer eines anderen Gulagfilmes ansehe, Kraj (Landstrich, 2010) von Sergej Utchitel, wird mir vor lauter heroischer Muskelmännlichkeit und den verrohten Stimmen nur übel. Die Frauen dort sind bloße willfährige Opferobjekte. Die Männer protzen rum. (Hier könnte ich einen Emoji einbauen, der grüne Masse speit, weiß nur nicht wie.)

Ach, apropos Männer. Bei „Mitten im Sturm“ gibt es einen russlanddeutschen Arzt, dargestellt von Ulrich Tukur. Er ist Mitgefangener, kennt sich aus mit Heilkräutern der Tundra und Evgenija Ginsburg verliebt sich in ihn. Auch im waren Leben wurde Anton Werner ihr zweiter Ehemann.

Emily Watson und Ulrich Tukur als Genia und Anton

Es gibt sehr starke poetische Momente in diesem Film. Die niederländische Regisseurin Marleen Gorris arbeitet mit subtilen filmischen Mitteln und setzt Gegenstände gekonnt ein. Das rote Tuch, das rote Kleid, die Spiegelscherbe. Ihr wird Arbeitslager-Ästhetik vorgeworfen, aber für mich wird diese Umgebung greifbar und nah.

Pathos und Emotionslosigkeit. Das attestieren viele Rezensionen in Deutschland diesem Werk. Und dass es naiv ist, zu glauben, dass Gedichte in einer solchen Situation überhaupt Raum gehabt hätten und irgendeine Auswirkung. Also die Leute retten würden.

In einem Interview, das Nadeshda Mandelstam, die Witwe des Dichters in den Siebziger Jahren in Amerika gibt, sagt sie in etwa: Wer kann nach Dostojewskij noch an die Macht des geschriebenen Wortes glauben.
(Vermutlich meint sie, wie konnten solche Greuel geschehn, wo es doch schon Dostojewskijs Worte in der Welt geb.)

Beides ist wahr. Dichtung kann niemanden aus dem Gulag rausholen. Und dennoch kann sie es. Und wenn die Verse nur für einige Momente das Gehirn beschäftigen und ablenken.
Wie diese  zum Beispiel:

Man gab mir einen Körper

Man gab mir einen Körper – wer
sagt mir, wozu? Er ist nur mein, nur er.

Die stille Freude: atmen dürfen, leben.
Wem sei der Dank dafür gegeben?

Ich soll der Gärtner, soll die Blume sein.
Im Kerker Welt, da bin ich nicht allein.

Das Glas der Ewigkeit – behaucht:
mein Atem, meine Wärme drauf.

Die Zeichnung auf dem Glas, die Schrift:
du liest sie nicht, erkennst sie nicht.

Die Trübung, mag sie bald vergehn,
es bleibt die zarte Zeichnung stehn.

(Ossip Mandelstam)

Der Dichter war selbst ein Opfer der stalinistischen Säuberungsaktionen und starb 1938 in einem Lager bei Wladiwostok.

Infos und Trailer auch hier: http://www.mittenimsturm-derfilm.de/

Der ganze Film ist übrigens hier zu sehen. aber ich warne Sie. Nur im Zustand seelischer Ausgeglichenheit konsumieren. Und die Taschentücher nicht vergessen!

https://www.youtube.com/watch?v=75VM8EUyd0M

Durch die Blume – (Katjuscha)

Am 2. Dezember wurde ich mitten in der Nacht durch die Blume geweckt. Sie klingelte genau um ein Uhr. Die Blume ist ein Digitalwecker aus Plastik in Form einer Topfpflanze. Mit gelben Blütenblättern und einem Zifferndisplay in der Mitte. Sie hat mich förmlich aus dem Schlaf gerissen, nicht Alexa oder Siiri oder wie die elektronischen Hausmädchen sonst noch heißen. Unsere namenlose Wecker-Blume spinnt seit einiger Zeit, wenn nicht schon immer. Wir haben keine Gebrauchsanweisung mehr dafür, sie hat nur einen Menüknopf und zwei Knöpfe rechts und Links davon. Und es gibt da einen verhängnisvollen Knopf für die Schlummerfunktion. Verhängnisvoll daher, weil, wenn du zufällig drankommst, die Weckfunktion automatisch aktiviert wird.

Und da die Blume seit einigen Woche eine Macke hat, die Uhrzeit eigenständig um 7 Stunden zu verstellen, HAL nichts gegen, klingelt der Wecker gern einmal nach Mitternacht, statt um sieben oder um acht. Auch wenn ich sie richtig stelle, nach einer Viertelstunde geht sie sechs Stunden vor oder acht zurück. Das ist nicht nur Künstliche Intelligenz, sondern regelrechter Künstlicher Starrsinn. Diese Blume hält sich null an Absprachen und macht einfach ihr Ding. Und das vorzugsweise an einem Wochenende. So wie heute Nacht. Dämonisch.

Sie ging aber nicht mit einem eindringlichen Fiepen los, das sich zu einem ohrenzerreißenden Crescendo steigert, so wie sonst, sondern mit der Melodie eines russischen Liedes: Katjuscha. Weiß der Teufel, woher sie das hat und wer das eingestellt hat.

Nun befand sich in diesem Advent ein Rätsel der besonderen Art auf der Seite des russlanddeutschen Literaturkreises. Seit dem 1. Dezember wurden jeden Tag die ersten Zeilen eines russischen Liedes in deutscher Übersetzung gepostet. Unter denjenigen, die am Ende die meisten Titel erraten sollte nach dem russisch-orthodoxem Weihnachtsfest Anfang Januar etwas verlost werden.

Ein Wettbewerb, bei dem ich abloose, weil ich die meisten Lieder nicht kenne oder nicht erraten kann. Mir sagen sie nichts, weil ich schon zu sehr assimiliert bin, lückenlos integriert. Und heute Nacht, als ich den Wecker wieder abgestellt hatte, ging mir die Melodie nicht aus dem Kopf und auf einmal waren die russischen Zeilen vollständig wieder da. Klar und deutlich:

Расцветали яблони и груши,
Поплыли туманы над рекой.
Выходила на берег Катюша,
На высокий берег на крутой.

Das Lied ist von 1938 und wird heute gern für Siegesfeiern hervorgeholt, wie hier:

Birnen, Äpfel und Nebel. Heureka. Das ist seltsam, denn würde ich bei vollem Tagesbewusstsein darauf angesprochen, könnte ich nichts wiedergeben. So wie jetzt. Aber halb unbewusst, aus dem Schlaf gerissen tauchte der Text vollständig wieder auf. Die Verbindung zur Kindheit und zur Heimat war plötzlich wieder da. Durch die Blume, sozusagen.

Komisch nur, dass ich am nächsten Tag auf der Website des Literaturkreises nirgends diesen Liedtext gefunden habe. Vielleicht kommt er ja noch. Ich war mir sicher, dass ich was über Apfelbäume und Birnbäume gelesen hatte. Aber vielleicht ist die Blume nicht nur eigenständig, sondern auch prophetisch.

Wenn sie so nervig ist, weshalb habe ich sie nicht längst entsorgt? Der Wecker war mal ein Geschenk für unsere Tochter, zum Schulanfang. Sie hat sie bekommen, damit sie die Schule nicht verschläft. Aber die Uhr ist so unzuverlässig, dass sie nicht zu gebrauchen ist und einfach überall durch die Wohnung wandert. Entsorgen geht aber nicht, denn die Tochter hängt daran, als Erinnerung an die Einschulung und hat eh Schwierigkeiten damit, sich von Dingen zu trennen. Ob es an ihrem festhaltenden Charakter liegt oder an den Genen von Menschen, die oft genug alles verloren haben oder zurücklassen mussten, kann ich nicht sagen.

Wegwerfen ist also nicht möglich.  Aber die Batterien habe ich jetzt entfernt. Wenn sie jetzt noch immer losgeht, kann man sich sicher sein: hier geht es nicht mit rechten Dingen zu. Da haben ganz andere Mächte ihre Finger im Spiel als 0 und 1.

Vielleicht lasse ich sie doch eines Tages verschwinden. Heimlich, still und leise. Ich könnte natürlich die gesamte Blumenuhr auch spenden. Dem Literaturkreis für die Verlosung zur Verfügung stellen. Dann darf sich jemand anders in Zukunft mitten in der Nacht von der Katjuscha-Melodie aus dem Schlaf reißen lassen. Möglicherweise wird er oder sie das dann besser zu würdigen wissen als ich.

Tatsächlich wurde das Lied einige Tage später am 8. Dezember auf der Website gefeatured.

Leuchtend prangten ringsum Apfelblüten,
still vom Fluss zog Nebel noch ins Land.
Durch die Wiesen ging hurtig Katjuscha,
zu des Flusses steiler Uferwand.

(Deutsch von Alexander Ott)

Warum  mir mein Gehirn vorgegaukelt hatte, ich hätte schon was über Apfelblüten und Birnen gelesen, kann ich nicht sagen. Meine Familie bestreitet kategorisch, dass unsere Blumenuhr russische Kriegslieder als Weckmelodien im Programm führt. Da ich mich seit der besagten Nacht weigere, die Batterien wieder einzusetzen, kann ich es leider nicht nachweisen. Aber die Möglichkeit steht im Raum, dass ich auch die Melodie geträumt, bzw. sie mir im Halbschlaf eingebildet habe.

 

Wer sich im Nachhinein an den Knobelaufgaben versuchen möchte, hier der Link zum Adventsrätsel:

https://literaturkreis-autoren-aus-russland.de/blog/category/schreibtipps-fuer-autoren/adventskalender-preisausschreiben/

Mir ist es gelungen fünf davon ohne zu googeln zu erraten. Immerhin.
Ich wünsche allen schöne Träume.

Bildetrachtungen – Rodtschenkos Mutter

Nicht umsonst steckte neulich in meinem Glückskeks die folgende Botschaft: Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann. Das Bild der Mutter habe ich zum ersten Mal vor fast 20 Jahren in Düsseldorf gesehen. Und mich sofort in das Portrait verliebt, das der Kostruktivist Alexandr Rodtschenko von seiner eigenen Mutter Olga (Ольга Евдокимовна Родченко) gemacht hat. Entstanden ist es um 1924 oder 1928. Da war sie um die sechzig Jahre alt. Rodtschenko selbst war damals Ende dreißig.


Die Wärme und Intensität dieses Fotos ist mir in Erinnerung geblieben.

Aber wie das Bild genau ausgesehen hatte, habe ich dann irgendwann vergessen. Hatte nur noch ein diffuses Gefühl davon. Bis vor ein paar Wochen.

Als es darum ging, wie ich mich auf einem Foto präsentieren will, habe ich daran gedacht, mich von diesem Bild inspirieren zu lassen. Vorerst wollte ich dieses Bild nur als Avatar für mein Facebook-Profil nutzen.

Bei der Recherche nach dem Foto erlebte ich eine Überraschung. Mit lateinischen Buchstaben eingegeben, tauchte ein Bild von einem Gesicht auf, im Anschnitt, ohne Hintergrund.

Hatte mich mein Gedächtnis betrogen? Erinnerte ich mich doch genau an einen Tisch, auf dem sogar etwas lag, ein Buch? Ein Heft? Ich konnte mich sogar an Fenster oder einen Wintergarten (so eine verglaste Veranda wie sie bei vielen russischen Wohnungen typisch war) auf der rechten Seite erinnern, mit Tomatenpflanzen die dort wuchsen und karierten Stoff. Tischtuch? Vorhänge? In meiner Erinnerung war der Raum nicht groß aber irgendwie gemütlich.

Das Gesicht ist ja nach unten gebeugt, sie konzentriert sich auf etwas, einen Brief? Lektüre?

Unglaublich, dachte ich, dass ich mich all die Jahre getäuscht habe, dass Rodtschenkos Mutter in einem Raum gewesen sein sollte, den ich mir nur eingebildet hatte.
Kann es wirklich sein, dass auf dem Originalportrait nur ihr Gesicht großflächig abgebildet war, mit Kopftuch aber ohne das russische Schreibheft mit blass-lila Linien auf der fleckigen Tischplatte.

Hielt sie nicht doch einen von diesen Briefen in ihrer Hand?

Kennt jemand noch die typischen Briefe aus der Sowjetzeit? Aus Schulheften herausgetrennte Seiten, mit eben diesen blass-lila Linien. Sie wurden auf der rechten Seite um etwa vier Zentimeter geknickt, damit sie in die genormten Umschläge passten. Bis zu dieser Knickstelle wurden sie beschrieben. Das haben damals alle so gemacht. An ein anderes Briefpapier kann ich mich nicht erinnern. Aber vielleicht weist auch hier mein Gedächtnis Lücken auf, dichtet was dazu, erschafft einen Raum, ein Emblem.

Wie das von Rodtschenkos Mutter.

Emblem I: Mutter mit gepunktetem Kopftuch
Emblem II: liniertes Schreibheft als Briefpapier
Emblem III: verglaste Veranda mit Tomatenzöglingen

Wie groß war meine Erleichterung, als bei einer engeren Recherche dann doch ein Raum zutage trat und das unvollständige Bild als das entlarvt wurde, was es war, ein Ausschnitt. Wenn auch ohne Briefpapier, ohne Tomatenpflanzen und ohne Vorhänge:

Was hatte mich damals so stark berührt?

Etwas ist darin eingefangen, der Blick des Fotografen/Sohns ist nicht rein äußerlich. Sein Respekt und seine Liebe sind deutlich spürbar. Er kommt ihr ganz nah und ist dennoch kein Voyeur. Er befindet sich wie selbstverständlich mit ihr in einem Raum. Sie nimmt ihn kaum wahr, wird aufgenommen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie wirft sich nicht in Pose, so scheint es, sondern ist einfach in ihre Lektüre vertieft. Es ist ein intimer Moment, aber ohne dass die abgebildete Person bloßgestellt wird.

Olga Evdokimovna Rodtschenko, geboren 1865, hat als Waschfrau gearbeitet. Ihre Hände haben mit großen Stecken Weißwäsche in Bottichen umgerührt, Unterhemden in Lauge getaucht und Hosen über Waschbretter gerieben. Sie steckten bis zu den Ellenbogen in warmer Lauge. Haben Kopfkissen und Bettlaken ausgewrungen, hochgeschleudert, auf Wäscheleinen gehängt, und mit Klammern befestigt. Sich gebückt, Heißwasser geschleppt, Wasser aus Eimern gekippt, umgegossen. Sie haben den Schweiß von der Stirn gewischt. Haben sich Kühlung zugefächert.

Die Hände einer Arbeiterin. Nicht zimperlich. Den Ehering trägt sie am kleinen Finger. Vielleicht weil durch die viele Arbeit die Findergelenke so dick wurden, dass er ihr nicht mehr an den Ringfinger passte?

Und hier in diesem einen festgehaltenen Augenblick, sehen wir sie beim Lesen. Tief über die Zeitung gebeugt, eine kurzsichtige Frau in ihren Sechzigern, nicht elegant, ihre Brille wie ein Lorngnon vor das rechte Auge haltend. Etwas extravagant eigentlich, diese Geste. Ungewöhnlich. Eventuell hat diese Geste eine einfache Erklärung. Nur ein Brillenglas passt zu ihrer Sehstärke, daher hat sie die Brille nicht auf. Vielleicht ist es sogar gar nicht ihre eigene. Sie besucht ihren Sohn, will Zeitung lesen und hat die Brille vergessen. Also gibt er ihr eine Brille, die er da hat, und sie versucht mit dieser fremden Sehhilfe, die Schrift zu entziffern. Konzentriert sich. Aber jetzt: Spekulation aus. Fazit ein:

Nach zwanzig Jahren, seit ich es in einer Ausstellung gesehen habe, hat die Wirkung dieses Bildes nicht nachgelassen. Mir gefällt, wie sie als Frau dargestellt wird, wie sich der Fotograf hier zu dem Objekt/Subjekt verhält. Dieses Bild ist ganz anders als viele Portraits, die wir in unserer von Selfies und Selbstdarstellung durchsetzten Zeit zu sehen bekommen. Zurückhaltend und doch sehr präsent.

Ohne Ende, aber mit Anfang – Follower, Eugen Ruge

Nun wollte ich mal ne Pause von russlanddeutscher Literatur machen und habe einen neuen Roman von Eugen Ruge angefangen, der als Science Fiction besprochen und relativ kontrovers aufgenommen wurde.

Follower heißt das Buch und ist 2016 erschienen. Spielt aber 38 Jahre später.

Als russlanddeutschen Autor würde ich Ruge nicht bezeichnen. Er hat zwar eine russische Mutter und einen deutschen Vater, dieser war mit seiner Familie nach der Revolution nach Moskau gegangen, weil sie Kommunisten waren. Nicht Kolonisten von der Wolga. Ruge wird zwar in einem Dorf im Ural geboren, zieht aber als Kleinkind in die DDR und wächst dort auch auf.


Eugen Ruge

Ich habe mehrere Anläufe gebraucht, um mit diesem Werk warm zu werden. Die Sprache hat es mir schwer gemacht. Der Untertitel heißt 14 Sätze über einen fiktiven Enkel“ und ist Programm. Es gibt kaum Punkte, aber dafür um so mehr Kommata. Ein Satz pro Kapitel. Das ist eine stolze Leistung.

Die Geschichte mäandert durch Sätze ohne Ende, über Seiten und Seiten und kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen. Der fiktive Enkel heißt Nio Schulz und ist so eine Art Vertreter auf Handlungsreise in China. In der Zeit, in der das Buch spielt, heißt das Land der Mitte aber HTUA-China und Nio ist Manager und zuständig für den Vertrieb von etwas, das ich nicht verstehe. Schuhe ohne Schuhe, für ein Barfußgefühl beim Laufen.

Doch nach immer wieder querlesen und wieder anfangen, hat mich das Buch gepackt. Nicht weil es ein Roman über die Zukunft ist, wahrscheinlich wird im Jahr 2055 sowieso alles anders sein, so rasant wie die Entwicklung sich vollzieht, sondern weil er eine Zuspitzung des Jetzt darstellt.

Jetzt verstehe ich warum Nio keinen Punkt findet. In einem fortwährenden Strom bekommt er News und Werbung auf seine Datenbrille gesendet. Ununterscheidbar und auf ihn persönlich zugeschnitten. Er ist multimodal vernetzt. Er wird ständig eingebunden und das von außen Kommende vermischt sich mit seinen Gedanken.

Irgendwo stand, dass der Autor ein Smart-Phone-Verweigerer ist und deshalb diese Darstellung nicht realitätstreu gelingt. Mir scheint, Ruge ist die Kritik dieser Technologie sehr wohl gelungen, und zwar so, dass sie Angst macht. Wir sind schon jetzt ständig auf Abruf, ständig abgelenkt, adhs-stömern uns durch irgendwelche Textflüsse.

So sah ich (reale person) neulich (in der Jetztzeit) so einen Filmchenausschnitt auf einem social-media-Kanal, den ich wahrscheinlich nie wieder finde, eine Motivationstrainerin (von heute) schlipstragenden Managern weismachen: burnout habe nichts mit Erschöpfung zu tun, die Leute sind nicht ausgebrannt, sie sind zu Tode gelangweilt, weil sie etwas tun, wofür sie eben nicht brennen. usw. usw.

Nach der Lektüre der Dystopie von Eugen Ruge muss ich ihr aufs heftigste widersprechen. Sie mögen sich in Routineaufgaben langweilen, aber die Leute sind einfach erschöpft, weil sie ständig gefordert, abgelenkt werden. Sie werden schon jetzt und nicht erst 2055 von irgendwelchen News und Bildern getriggert und ihre Aufmerksamkeit wird angezapft. Das macht müde. Das klaut Energie, aber sowas von. Es zieht uns ab von der Welt.

So ergeht es auch dem fiktiven Enkel im Zukunftschina. Ruge hat noch andere Einfälle über eine mögliche Zukunft eingebaut, er treibt unsere Genderdebatte und political correctnes auf die Spitze, spielt mit der Künstlichkeit und mit der Überwachung in der Welt des Big Data und eigentlich habe ich das genossen, denn er hält uns den Spiegel vor.

Dann bricht mitten im Roman das Schema und die Erzählung wandert zum Urknall um dann über die Entstehung der Welt wieder bis zu den Stammvätern dieses besagten Nio zu gelangen.

Und da es ein Roman über den Enkel ist, sind es auch seine, also Ruges Vorfahren. Darunter befinden sich Erwin Umnitzer, der als überzeugter Kommunist nach Russland geht und sein Sohn Kurt, der unter die stalinistischen Räder gerät und in einen Gulag in Kasachstan gesteckt wird. Und hier im Lager, auf Seite 262 des Buches, das ich eigentlich lesen wollte, um auf andere Gedanken zu kommen, trifft er, treffe ich auf Russlanddeutsche in der Verbannung. Surprise, surprise:

Ein gutes Jahr lebt Kurt in der Siedlung Nr. 11 und schuftet in der Landwirtschaft, die von den Deportierten trotz widriger Bedingungen betrieben wird. Er atmet die sternenkalte Nachtluft der Steppe. Erlebt schwindelerregende Sonnenaufgänge, sengende Hitze und brachiale Schneefälle, bis er zusammen mit anderen sogenannten Deutschstämmigen zur sogenannten Arbeitsarmee eingezogen wird. Was, wie es sich herausstellt, nichts anderes als Gulag, Arbeitslager, holzfällen bei minus dreißig Grad. Dazu Hungerrationen, Unfälle, Brutalität. [ … ] Wieviele Menschen im Lager 239 umkommen, ist nicht bekannt.
S 262

Warum eigentlich sogenannte? Egal. Später kommt in der Chronik der Familie Umnitzer sogar eine Melitta vor.

Verrate ich wieder zu viel? Lest selbst, ein Tag im Leben des Nio Schulz, vom Urknall aus betrachtet. Ich mag es, wie Ruge die Zeit kaugummimäßig auseinander zieht, um dann im Zeitraffer durch Jahrmillionen zu hasten, um dann wieder bei einem Tag zu verweilen, einem Morgen, einem kurzen Moment. Lesen als Zeitmaschine. Sogar die Satzzeichen finde ich nun sinnvoll wenn auch unkonventionell gesetzt. Dieser Blick aus der Zukunft mit Ausflug in die tiefste Vergangenheit lässt uns die Gegenwart neu sehen. Vielleicht.

Außerdem hat Eugen Ruge vor einem halben Jahr ein kurzes Interview in einem russischen Sender gegeben und hat einfach einen sehr charmanten Akzent:

2

Hier übrigens auch das Hörspiel zum Buch aufgenommen durch den Mitteldeutschen Rundfunk. Achtung anderthalb Stunden lang!
https://www.mdr.de/kultur/hoerspiel-eugen-ruge-follower-100.html

Eugen Ruge
Follower: Vierzehn Sätze über einen fiktiven Enkel, Roman
Reinbek bei Hamburg, Rowohlt Verlag 2016 (22,95 €)

Gute Nachricht zum Fest – POKA auf BluRay

Vor einiger Zeit habe ich mich beschwert, dass wir in Deutschland Filme von russlanddeutschen Regisseur*innen zum Thema Aussiedler kaum zu sehen kriegen.

Ich muss mich nun revidieren.

Ganz pünktlich zum Fest der Freude ist der Film Poka-Heißt Tschüss auf Russisch auf BluRay erschienen. Und für 7,- Euro (plus Versandkosten für diejenigen, die mehr als 1KG bestellen. Habe aus ernstzunehmender Quelle, dass 52 Stück 5,5 Kilo wiegen.) kann er bei der Bundeszentrale für politische Bildung erworben werden.

Habe aus ernstzunehmender Quelle erfahren, dass 55 Stück an die 5,5 Kilo wiegen. Naja, dann kann ja die gesamte Verwandtschaft eingedeckt werden. Wow, alle Geschenke mit einem Streich!


Im ZDF lief er ja mal im Sommer Rahmen des kleinen Fernsehspiels Zu nachtschlafender Zeit. Nun können ihn endlich alle gucken, Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen und müssen nicht mehr bis nach Mitternacht aufbleiben. Wenn das keine gute Nachricht ist?

Ein Film über das Ausreisen aus einer Kolchose in Kasachstan, das Ankommen in einer deutschen Turnhalle, gewürzt mit einer russisch-deutschen Liebesgeschichte.

Wer nochmal nachgucken möchte, worum es hier geht, ich habe hier noch eine ältere Rezension dazu.

Und noch ein kleiner Vorgeschmack zum Film:

Ich wünsche Poka und seinen Macher*innen und allen, die teilgenommen haben, dass sich diese Filmträger viral verbreiten!